Blutgeld verhindert Hinrichtung von 358 Todeskandidaten

28.04.2014 – RP – AFP — Teheran. Im Iran sind nach Angaben der Justiz im vergangenen Jahr hunderte Todeskandidaten ihrer Hinrichtung durch die Zahlung von „Blutgeld“ entgangen. Im persischen Kalenderjahr, das von März 2013 bis März 2014 dauerte, seien 358 derartige Fälle gezählt worden, gab der iranische Generalstaatsanwalt Gholam Hossein Mohseni Edschei am Montag laut der Nachrichtenagentur Fars bekannt.

Das islamische Recht der Scharia erlaubt es den Angehörigen von Opfern, den Tätern im Gegenzug für die Zahlung einer finanziellen Kompensation zu vergeben.
Mitte April hatte der Fall eines jungen Mannes Schlagzeilen gemacht, dem die Mutter seines Opfers vergab, als er bereits die Schlinge um den Hals hatte.

In dem Fall war das Blutgeld bei einer Filmvorführung gesammelt worden, nachdem sich zahlreiche Prominente für den jungen Mann eingesetzt hatten, der 2007 einen anderen Mann im Streit erstochen hatte. Anschließend berichteten die Medien über mehrere ähnliche Fälle.

Im einen Fall wurde einem Todeskandidaten sogar erst vergeben, als er bereits mehrere Minuten am Galgen hing.

Am Sonntag sammelten bekannte Schauspieler und Künstler bei einer weiteren Filmvorführung Geld zur Rettung von drei Todeskandidaten. Die Höhe des zu zahlenden Blutgelds wird von der Justiz festgesetzt.

Im Iran wird die Todesstrafe wegen einer Reihe von Straftaten verhängt. Viele der Urteile ergehen wegen Drogendelikten, doch kritisieren Menschenrechtler seit langem, dass viele Todesurteile einen politischen Hintergrund haben. Allein seit Beginn des Jahres wurden im Iran nach UN-Angaben mehr als 170 Menschen hingerichtet.

 

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