Iranisch-kanadischer Umweltschützer in iranischer Haft gestorben

„Sie sagen, er habe Suizid begangen. Ich kann es noch immer nicht glauben“, schrieb sein Sohn, der bekannte Sänger Ramin Seyed Emami, auf Instagram. Die Iranische Vereinigung für Soziologe, der der 63-jährige Emami angehörte, äußerte am Sonntag Zweifel an der Darstellung der Polizei und forderte nähere Informationen zu den Umständen seines Todes.

Emami war am 24. Jänner mit anderen Mitgliedern seiner Tierschutzorganisation festgenommen worden. Aus ihrem Umfeld verlautete, dass noch sieben Mitglieder in Haft seien. Darunter ist auch der US-iranische Geschäftsmann Morad Tahbaz, dessen Familie einst die Tageszeitung „Kejhan“ gehörte, die heute von den Konservativen kontrolliert wird.

Spionageverdacht

Die Justiz hatte am Samstag mitgeteilt, dass mehrere Umweltschützer unter Spionageverdacht festgenommen worden seien, ohne Namen zu nennen. Sie hätten unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Projekte vertrauliche Informationen über strategische Bereiche gesammelt, sagte Teherans Staatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi.

Emami hatte an der renommierten Imam Sadegh Universität in Teheran unterrichtet. Ein Kollege sagte, der Professor sei überhaupt nicht politisch gewesen und habe den Iran und die Umwelt geliebt. Er sei kürzlich von einem Forschungsaufenthalt in Kanada zurückgekehrt und daraufhin mehrfach von den Behörden befragt worden, sagte der Akademiker.

Ali Schakurirad von der reformorientierten Partei der Islamischen Union kritisierte, der Todesfall habe „in der Öffentlichkeit zu einer Welle der Fragen“ geführt. Bereits nach der Niederschlagung der regierungskritischen Proteste Anfang Jänner hatte die Justiz gemeldet, dass sich zwei Demonstranten in Haft das Leben genommen hätten.

(APA, 11.2.2018)

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