Schönborn feiert orthodoxe Weihnachten mit Iran-Flüchtlingen

Wiener Erzbischof feiert mit Kindern der insgesamt 108 Iraner, die vor über zwei Jahren auf ihrer ursprünglich in die USA geplanten Ausreise in Wien gestrandet waren – Kardinal dankt Regierung und hofft auf positiven Abschluss des Asylverfahrens – Dem inneren Stern auf Christus hin folgen

Wien, 06.01.2019 (KAP) Weihnachtsfreude in Kinderaugen: Das war vielen persischen Flüchtlingskindern bei einer außergewöhnlichen Weihnachtsfeier mit Bescherung durch Kardinal Christoph Schönborn ins Gesicht geschrieben. Zahlreiche Kinder der insgesamt 108 Iraner, die vor über zwei Jahren auf ihrer ursprünglich in die USA geplanten Ausreise in Wien gestrandet waren, sind am Sonntag zum Dreikönigsgottesdienst mit dem Wiener Erzbischof in den Stephansdom gekommen. Bei der Festmesse erinnerte der Kardinal, dass viele dieser Iran-Flüchtlinge orthodoxe Christen seien und daher am 6. Jänner Weihnachten feiern. Dass sie hier bleiben konnten, sei der österreichischen Regierung zu verdanken, betonte der Kardinal in der Hoffnung auf einen positiven Abschluss des Asylverfahrens.

Bei den Betroffenen handelt es sich um Familien und Alleinstehende, darunter auch viele Alte und Behinderte, die am sogenannten „Lautenberg-Programm“ des US-Kongresses teilgenommen hatten. Angehörige religiöser Minderheiten – die in Wien Gestrandeten sind Christen, Mandäer und Zoroastrier – erhielten mit diesem Programm ein Visum in den USA, wobei für Teilnehmer aus Iran, das keine direkten diplomatischen Beziehungen zur USA pflegt, Österreich traditionell als Transitland diente. Durch die plötzlich restriktiveren Einreiseregelungen der USA saßen 2017 vorübergehend Hunderte Perser in Wien fest; eine große Gruppe davon bis zum heutigen Tag.

Durch den Asylwerber-Status erhalten alle der 108 verbleibenden Iraner inzwischen Grundversorgung und sind krankenversichert. Die Sozialleistungen reichen jedoch bei weitem nicht für das Auskommen, weil die Iraner seit ihrer Ankunft gezwungen gewesen waren, Privatwohnungen anzumieten statt in Heimen einen Platz zu bekommen. Die Erzdiözese Wien hat die Gruppe dabei unterstützt und auch ein Spendenkonto eingerichtet.

Ein Großteil von ihnen hat mit Freunden und Begleitern am Sonntag an der Messe mit Kardinal Schönborn teilgenommen. Nach dem Festgottesdienst waren die Kinder zu einer kleinen Weihnachtsbescherung mit dem Erzbischof in der Sakristei eingeladen. Organisiert wurde die Feier durch den Flüchtlingsberater der Erzdiözese Wien, Manuel Baghdi. Die persische Gruppe wurde dabei von der Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler (ÖVP) begleitet.

Dem inneren Stern auf Christus hin folgen

Das am 6. Jänner begangene kirchliche Hochfest von der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) ist eine Einladung den inneren Stern zu suchen, der zu Christus führt. Das unterstrich Kardinal Schönborn bei der Predigt am Dreikönigstag im Stephansdom. Dieser innere Stern zeige sich im persönlichen Gewissen, so der Wiener Erzbischof unter Bezugnahme auf Worte eines Häftling, dem er vor Weihnachten in der Justizanstalt Wien-Josefstadt begegnet war.

Leitsterne seien aber auch Menschen, die anderen helfen oder Orientierung geben. Solche Sterne im eigenen Leben gefunden zu haben, schenke Dankbarkeit und tiefe Freude. „Jedem von uns ist ein Stern ins Herz eingeschrieben, dieses Licht, das uns zum Kind von Bethlehem führt, zu Jesus“, so der Kardinal.

(Spendenkonto der Erzdiözese Wien: Verein „Bewegung Mitmensch – Maria Loley“, Bank Austria, IBAN: AT 26 1100 0086 1580 0300, Kennwort: Perser)

Honorarfreie Pressefotos der Weihnachtsfeier mit den persischen Christen können in Kürze unter www.kathpress.at/fotos heruntergeladen werden.

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