Diplomat vor Gericht – Eine Bombe für Paris

In Belgien beginnt der Prozess gegen einen iranischen Diplomaten. Er soll einen Bombenanschlag auf Exil-Oppositionelle in Frankreich geplant haben. Die Ermittler sind überzeugt davon, dass es sich um iranischen Staatsterrorismus handelt.

Von Florian Flade, 26.11.2020 – WDR, und Georg Mascolo, NDR/WDR

Zwei Jahre schon sitzt Assadollah A. in Belgien in Untersuchungshaft. Er ist ein ungewöhnlicher Häftling, denn er war als Diplomat an der iranischen Botschaft in Wien akkreditiert – und steht nun unter Terrorverdacht. Im März soll der Iraner überraschend um ein Gespräch mit den Ermittlern gebeten haben. Nein, er wolle nicht vernommen werden, soll A. den Polizisten mitgeteilt haben, die später ein Protokoll ihres Besuches in der Haftanstalt anfertigten. Er wolle nur etwas loswerden. Falls er verurteilt werde, könnten schlimme Dinge passieren. Es gebe Leute, die stünden bereit und seien bewaffnet.

Am Freitag beginnt vor dem Gericht in Antwerpen der Prozess gegen Assadollah A.. Seit 2014 war der 48-Jährige als sogenannter Dritter Botschaftsrat an der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien akkreditiert. Eine Tarnung, wie die Ankläger glauben. Tatsächlich soll er ein Offizier des iranischen Ministeriums für Nachrichtenwesen MOIS, also des Geheimdienstes, sein.

Anklage vermutet iranischen Staatsterrorismus

Die Staatsanwaltschaft wirft Assadollah A. vor, einen Bombenanschlag auf iranische Exil-Oppositionelle geplant zu haben. Und zwar auf das Jahrestreffen des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI) im Juli 2018 in Villepinte bei Paris – eine Veranstaltung von Aktivisten, die einen Sturz des islamistischen Mullah-Regimes anstreben. Mehr als 20.000 Menschen nahmen daran teil, darunter Rudy Giuliani, der Rechtsberater von US-Präsident Donald Trump, der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner und Kanadas früherer Premier Stephan Harper.

Laut Anklage soll Assadollah A. einem belgischen Paar einen Sprengsatz übergeben haben, um damit ein Attentat auf die Veranstaltung in Villepinte zu verüben. Die mutmaßlichen Helfer sind nun ebenfalls angeklagt. Es ist ein spektakulärer Prozess, in dessen Akten WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ Einsicht nehmen konnten. Die Ermittler haben offenbar keinen Zweifel daran, dass es sich um einen Fall von iranischem Staatsterrorismus handelt.

„Das Anschlagsprojekt wurde im Namen des Iran geplant und von ihm angetrieben. Es handelt sich nicht um eine private Initiative von A.“, so steht es in einem Vermerk des belgischen Geheimdienstes VSSE. Irans Regierung allerdings dementiert bereits jede Beteiligung. „Der Diplomat ist Opfer einer Verschwörung von Gruppen, die gegen die Verbesserung der Beziehungen des Irans zu den europäischen Staaten sind“, teilte Bahram Ghassemi, der Sprecher des iranischen Außenministeriums, nach der Festnahme von Assadollah A. mit.

In Belgien beginnt der Prozess gegen einen iranischen Diplomaten. Er soll einen Bombenanschlag auf Exil-Oppositionelle in Frankreich geplant haben. Die Ermittler sind überzeugt davon, dass es sich um iranischen Staatsterrorismus handelt.

Von Florian Flade, WDR, und Georg Mascolo, NDR/WDR

Zwei Jahre schon sitzt Assadollah A. in Belgien in Untersuchungshaft. Er ist ein ungewöhnlicher Häftling, denn er war als Diplomat an der iranischen Botschaft in Wien akkreditiert – und steht nun unter Terrorverdacht. Im März soll der Iraner überraschend um ein Gespräch mit den Ermittlern gebeten haben. Nein, er wolle nicht vernommen werden, soll A. den Polizisten mitgeteilt haben, die später ein Protokoll ihres Besuches in der Haftanstalt anfertigten. Er wolle nur etwas loswerden. Falls er verurteilt werde, könnten schlimme Dinge passieren. Es gebe Leute, die stünden bereit und seien bewaffnet.

Am Freitag beginnt vor dem Gericht in Antwerpen der Prozess gegen Assadollah A.. Seit 2014 war der 48-Jährige als sogenannter Dritter Botschaftsrat an der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien akkreditiert. Eine Tarnung, wie die Ankläger glauben. Tatsächlich soll er ein Offizier des iranischen Ministeriums für Nachrichtenwesen MOIS, also des Geheimdienstes, sein.

Anklage vermutet iranischen Staatsterrorismus

Die Staatsanwaltschaft wirft Assadollah A. vor, einen Bombenanschlag auf iranische Exil-Oppositionelle geplant zu haben. Und zwar auf das Jahrestreffen des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI) im Juli 2018 in Villepinte bei Paris – eine Veranstaltung von Aktivisten, die einen Sturz des islamistischen Mullah-Regimes anstreben. Mehr als 20.000 Menschen nahmen daran teil, darunter Rudy Giuliani, der Rechtsberater von US-Präsident Donald Trump, der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner und Kanadas früherer Premier Stephan Harper.

Laut Anklage soll Assadollah A. einem belgischen Paar einen Sprengsatz übergeben haben, um damit ein Attentat auf die Veranstaltung in Villepinte zu verüben. Die mutmaßlichen Helfer sind nun ebenfalls angeklagt. Es ist ein spektakulärer Prozess, in dessen Akten WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ Einsicht nehmen konnten. Die Ermittler haben offenbar keinen Zweifel daran, dass es sich um einen Fall von iranischem Staatsterrorismus handelt.

„Das Anschlagsprojekt wurde im Namen des Iran geplant und von ihm angetrieben. Es handelt sich nicht um eine private Initiative von A.“, so steht es in einem Vermerk des belgischen Geheimdienstes VSSE. Irans Regierung allerdings dementiert bereits jede Beteiligung. „Der Diplomat ist Opfer einer Verschwörung von Gruppen, die gegen die Verbesserung der Beziehungen des Irans zu den europäischen Staaten sind“, teilte Bahram Ghassemi, der Sprecher des iranischen Außenministeriums, nach der Festnahme von Assadollah A. mit.

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