{"id":101,"date":"2014-04-16T17:32:01","date_gmt":"2014-04-16T15:32:01","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2014\/04\/16\/reyhaneh-jabbari\/"},"modified":"2014-04-16T17:32:01","modified_gmt":"2014-04-16T15:32:01","slug":"reyhaneh-jabbari","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=101","title":{"rendered":"Iranerin droht nach Abwehr einer Vergewaltigung die Todesstrafe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Von Susanne Grautmann -der tagesspigel &#8211; Einer jungen Iranerin droht die Todesstrafe, weil sie eine Vergewaltigung abwehrte. Nur die Familie des Mannes, den sie t\u00f6tete, kann ihr noch helfen. Der iranischst\u00e4mmige Berliner Ramin Shahalimi (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert)\u00a0f\u00fcrchtet um das Leben seiner 26-j\u00e4hrigen Nichte Reyhaneh Jabbari. Sie sitzt in Teheran in der Todeszelle. Nach Angaben von Amnesty International kann die Vollstreckung des Urteils jederzeit erfolgen. Jabbari ist wegen vors\u00e4tzlichen Mordes verurteilt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amnesty International und der UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage im Iran, Ahmed Shaheed, gehen aber davon aus, dass es Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten in dem Verfahren gegen Jabbari gab, weil es sich bei dem Get\u00f6teten, Morteza Abdolali Sarbandi, um einen Ex-Mitarbeiter des Geheimdienstes handelt. Sie k\u00e4mpfen f\u00fcr die Aussetzung der Urteilsvollstreckung und eine Wiederaufnahme des Verfahrens.<br \/>Jabbari habe in Notwehr mehrmals mit einem Messer in die Schulter des T\u00e4ters gestochen<br \/>Einem Bericht des UN News Centre zufolge geht das UN-B\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte davon aus, dass Sarbandi Jabbari, die als Raumausstatterin arbeitete, im Juli 2007 damit beauftragte, sein B\u00fcro umzugestalten. Am 7. Juli 2007 holte Sarbandi Jabbari von der Arbeit ab. Er fuhr mit ihr nicht in sein B\u00fcro, sondern in seine Wohnung. Auf dem Weg hielt er an einer Apotheke. Nach Auskunft ihres Onkels, der seinen wirklichen Namen aus Angst vor Repressalien nicht publik machen m\u00f6chte, merkte Jabbari bei der Ankunft in der Wohnung sofort, dass etwas nicht stimmte. Sarbandi habe sie aufgefordert, ihr Kopftuch abzunehmen, was im Iran gegen das Gesetz verst\u00f6\u00dft. Als sie seiner Aufforderung nicht nachgekommen sei, habe Sarbandi die T\u00fcr geschlossen, sie an der H\u00fcfte umfasst und zu ihr gesagt, dass sie ohnehin keine Chance habe, wegzulaufen. Jabbari habe sich gegen den Versuch einer Vergewaltigung zur Wehr setzen m\u00fcssen und Sarbandi in Notwehr mehrmals mit einem Messer in die Schulter gestochen. Daraufhin sei sie gefl\u00fcchtet. Sarbandi verblutete. Kurz danach wurde Jabbari festgenommen. Im Teheraner Evin-Gef\u00e4ngnis verbrachte sie ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand oder ihrer Familie 56 Tage in Einzelhaft.<br \/>Zwei Jahre sp\u00e4ter kam es zum Prozess. Nach der ersten Sitzung sah es so aus, als w\u00fcrde Jabbari freigesprochen, weil sie in Notwehr handelte. In Sarbandis Wohnung hatte die Polizei Kondome und ein Glas Saft mit einem Schlafmittel gefunden. Beides hatte er in der Apotheke auf dem Weg zu seiner Wohnung gekauft. Doch der Richter wurde nach der ersten Sitzung ersetzt. Der neue Richter verurteilte Jabbari wegen Mordes zum Tode.<br \/>Nach iranischem Recht ist die einzige Hoffnung f\u00fcr Jabbari, dass die Familie des\u00a0Toten auf die Vollstreckung des Urteils verzichtet. Inzwischen bem\u00fchen sich Menschenrechtsaktivisten weltweit darum, Druck auf Teheran auszu\u00fcben, damit der Fall neu verhandelt wird. Zurzeit steht nicht fest, ob die Vollstreckung des Urteils ausgesetzt werden wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Von Susanne Grautmann -der tagesspigel &#8211; Einer jungen Iranerin droht die Todesstrafe, weil sie eine Vergewaltigung abwehrte. 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