{"id":1022,"date":"2022-11-30T17:23:25","date_gmt":"2022-11-30T16:23:25","guid":{"rendered":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=1022"},"modified":"2022-12-02T14:18:40","modified_gmt":"2022-12-02T13:18:40","slug":"mullah-regime-greift-hart-durch-revolutionsgarde-stutzt-iran-protest-in-katar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=1022","title":{"rendered":"Mullah-Regime greift hart durch Revolutionsgarde stutzt Iran-Protest in Katar"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; color: #808080;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/images\/2011\/k\/qatar-22.png\" width=\"460\" height=\"613\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; color: #808080;\">30.11.2022, ntv-Von David Bed\u00fcrftig, Doha- <\/span><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">USA gegen Iran ist unter Fans alles andere als ein Hass-Duell. Vielmehr geht bei Iranern die Angst um, weil ihre Protestaktionen in Katar verboten werden und angeblich iranische Einheiten ihr Unwesen treiben. Mancher erkennt den &#8220;Clash von West und Ost&#8221; &#8211; und freut sich \u00fcber Unterst\u00fctzung aus Russland.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Iranische Fans machen sich das WM-Turnier \u00fcber einen Namen, indem sie die Proteste gegen das brutale Mullah-Regime in der Heimat auch in Katar fortsetzen. Mit Fahnen, Slogans, Bemalungen &#8211; und wehenden Haaren. Nun steht f\u00fcr sie das politischste Spiel der WM an. Das Duell mit den USA geht zwar knapp mit 0:1 verloren, aber es sind andere Themen, die die Menschen umtreiben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Viele Zuschauerinnen und Zuschauer sp\u00fcren zun\u00e4chst nichts von einer zus\u00e4tzlichen, politisierten Brisanz. Vor dem Stadion zeigen sich Fans beider Nationen in vielen verbr\u00fcdernden Posen, Umarmungen, massenweise Selfies inklusive. &#8220;Die Menschen im Iran mochten die USA immer&#8221;, sagt eine iranischst\u00e4mmige Engl\u00e4nderin und erkl\u00e4rt das unter anderem mit dem Einfluss von Musik und Film. &#8220;Nur die Regierungen hassen sich.&#8221; Ein iranischer Familienvater sieht das genauso und weist darauf hin, dass es in der langen US-iranischen Historie ja auch Zeiten gab, in denen Washington Teheran unterst\u00fctzte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Den Iranerinnen und Iranern ist an diesem Abend in Doha ohnehin etwas anderes wichtiger. Der Satan sind nicht (mehr) die USA &#8211; wenn sie es \u00fcberhaupt mal waren. Es ist ihr Regime in der Heimat. Doch der Protest gegen die Mullahs wird auch in Katar immer schwieriger und gef\u00e4hrlicher. Sieht man beim ersten Spiel noch viele Flaggen und T-Shirts mit dem Schlachtruf des Widerstands (&#8220;Frauen, Leben, Freiheit&#8221; &#8211; &#8220;Zan, Zendegi, Azadi&#8221;), ist davon beim Duell gegen die USA nicht mehr viel \u00fcbriggeblieben. Die Atmosph\u00e4re ist noch angespannter, die Menschen reden weitaus z\u00f6gerlicher als noch vor einer Woche.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Engl\u00e4nderin mit der iranischen Familie unterst\u00fctzt zwar die Demonstrationen, aber traut sich nicht, Zeichen des Protests zu zeigen. Es seien zu viele Regime-Freunde unterwegs, sagt sie. Ihre Freundin Ida, eine in den USA geborene Iranerin, stimmt zu, dass &#8220;alle etwas mehr Angst haben mittlerweile&#8221;. Man h\u00f6re, dass &#8220;M\u00e4nner der Revolutionsgarde des Irans in Katar&#8221; seien. Auch der Familienvater und seine Frau erkl\u00e4ren: &#8220;Klar haben wir Angst, wir haben schon iranische Sicherheitsleute gesehen, die Fotos gemacht haben von iranischen Fans.&#8221; Sie wollen trotzdem offen demonstrieren, weil sie auf eine richtige Demokratie und eine bessere Zukunft in der Heimat hoffen &#8211; dabei deuten sie auf ihre zehnj\u00e4hrige Tochter.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Selbstverbrennung im Iran<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Einem Bericht von CNN zufolge, unter Berufung auf eine mit der Sicherheit der Spiele befassten Quelle, sind bei der WM in Katar tats\u00e4chlich Dutzende Offiziere der iranischen Revolutionsgarde unterwegs. Die Eliteeinheit der Streitkr\u00e4fte, die in den USA als terroristische Vereinigung eingestuft wird, ist l\u00e4ngst eine politische und wirtschaftliche Macht &#8211; und sie pr\u00fcgelt die Demonstrierenden eisenhart nieder, weil sie bei einem Fall des Regimes auch einpacken m\u00fcsste.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Ida, die Iranerin aus den USA, tr\u00e4gt zwei kleine Schilder bei sich. &#8220;Die wollte mir die Security am Eingang wegnehmen&#8221;, erz\u00e4hlt sie. &#8220;Ich habe sie dann unter meinem Shirt versteckt.&#8221; Darauf steht geschrieben: Sahar Khodayari. Im M\u00e4rz 2019 hatte die auch als &#8220;Blue Girl&#8221; &#8211; Blau war die Farbe ihres Lieblingsvereins &#8211; bekannte Iranerin versucht, als Mann verkleidet ein Fu\u00dfball-Spiel im Iran anzusehen, was landesweit f\u00fcr Frauen verboten ist. Sie wurde verhaftet und zu sechs Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt. Beim Verlassen des Gerichts z\u00fcndete die 29-J\u00e4hrige sich aus Protest selbst an und starb im Krankenhaus an ihren Verbrennungen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">&#8220;Ich bin extra zur WM gekommen, um der Welt\u00f6ffentlichkeit Sahars Namen wieder ins Ged\u00e4chtnis zu rufen&#8221;, sagt Ida. &#8220;Was im Iran passiert und wie sie Frauen wie Dreck behandeln, ist abscheulich.&#8221; Sie scheut sich nicht, ein Foto von sich ver\u00f6ffentlich zu sehen, weil sie in den USA lebt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Gekaufte Fake-Fans?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Doch es scheint, als lasse das Regime aus Teheran die Muskeln auch in Katar spielen und greife mithilfe der angeleiteten Sicherheitsleute des W\u00fcstenstaats hart durch. Nicht nur Idas Schilder sind in Gefahr, alle &#8220;Frauen, Leben, Freiheit&#8221;-Artikel werden an den Eing\u00e4ngen eingezogen, wie mehrere berichten. &#8220;Ich musste sogar mein selbstgemaltes kleines Gesichtstattoo des Protests abwischen&#8221;, sagt eine Iranerin, &#8220;die Security guckt hier super genau, weil Katar und der Iran kooperieren&#8221;.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Es sind tats\u00e4chlich fast nur noch die originalen Fahnen der islamischen Republik unterwegs, w\u00e4hrend bei den Duellen zuvor viele ver\u00e4nderte Flaggen zu sehen waren, in denen etwas das Hoheitszeichen, das in stilisierter persisch-arabischer Schrift das Wort Allah (Gott) zeigt, durch einen Fu\u00dfball ersetzt ist. Diese Flagge postete auch der US-Verband vor dem Duell in den sozialen Medien, um &#8220;unsere Solidarit\u00e4t mit den Frauen im Iran zu zeigen&#8221;. Das lie\u00df sich der iranische Verband nicht bieten, legte Beschwerde ein, und wenig sp\u00e4ter war wieder das regul\u00e4re Logo zu sehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die vielen Fahnen vor dem USA-Duell werden diesmal auch von vielen &#8220;Stadion-Touristen&#8221;, die mutma\u00dflich aus Bangladesch oder Indien stammen, geschwenkt. &#8220;Es sind einige Fake-Fans unterwegs, die Geld von der iranischen Regierung bekommen&#8221;, meint der Familienvater vom Anfang zu wissen. Zwei Iranerinnen Anfang 20, die mittlerweile in den Niederlanden leben, best\u00e4tigen das. &#8220;Sie versuchen, den Medien und im Stadion ein falsches Bild zu verkaufen. Sie tragen alle die Flagge der Islamischen Republik und erz\u00e4hlen L\u00fcgen, das erkennt man sofort&#8221;, sagen die beiden, denen man schon vor dem Spiel gegen Wales am Eingang ihr &#8220;Frauen, Leben, Freiheit&#8221;-Shirt habe wegnehmen wollen. Die jungen Frauen sind &#8220;absolut&#8221; gegen das Regime, weil die Familien in der Heimat sehr leiden w\u00fcrden. Sie seien deshalb &#8220;heute auch nur mit dem halben Herzen dabei, leider&#8221;, weil sie w\u00fcssten, &#8220;dass die Regierung einen Erfolg der Fu\u00dfballmannschaft ausnutzt&#8221;.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">&#8220;Clash des Jahrhunderts&#8221;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das Mullah-Regime will nicht nur den Erfolg ausnutzen, sondern auch die richtigen Bilder senden. Sowohl gegen Wales als auch gegen die USA singt die iranische Elf die Nationalhymne nach ihrem Schweigen vom ersten Spiel gegen England wieder mit. Mehr gequ\u00e4lt allerdings, und das hat wohl einen guten Grund. Die obige CNN-Enth\u00fcllung berichtet auch, dass die iranischen Spieler mit Androhung von Folter gegen ihre Familien in der Heimat seitens der Revolutionsgarde unter Druck gesetzt worden seien.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Kurz vor Anpfiff halten zwei Iraner doch noch eine politische Botschaft f\u00fcr die USA in die Kamera. Sie fordern von Pr\u00e4sident Joe Biden, die Sanktionen auf Medizin und andere Heilmittel aufzuheben. Das Regime in Teheran finden sie &#8220;nicht schlecht&#8221;. Noch weiter geht ein iranischer Journalist im Stadion-Fahrstuhl. Die Revolutionsgarde vermutet er auch in Katar, aber einfach weil die Mullahs eben enge Verbindungen mit Katar pflegen w\u00fcrden, genauso wie die USA.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das Spiel wird laut dem Journalisten &#8220;der Clash des Jahrhunderts, der Clash zwischen Ost und West&#8221;. Stolz erz\u00e4hlt er: &#8220;Heute haben sie in Moskau ein riesiges Banner als Unterst\u00fctzung f\u00fcr das iranische Team aufgeh\u00e4ngt.&#8221; Und in China h\u00e4nge auch eins. Es sind Welten, die hier aufeinanderprallen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Quelle: ntv.de<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.11.2022, ntv-Von David Bed\u00fcrftig, Doha- USA gegen Iran ist unter Fans alles andere als ein Hass-Duell. 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