{"id":135,"date":"2014-06-04T14:40:55","date_gmt":"2014-06-04T12:40:55","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2014\/06\/04\/menschenrechtsfrage-wird-teil-der-oeffentlichen-diplomatie\/"},"modified":"2014-06-04T14:40:55","modified_gmt":"2014-06-04T12:40:55","slug":"menschenrechtsfrage-wird-teil-der-oeffentlichen-diplomatie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=135","title":{"rendered":"Menschenrechtsfrage wird Teil der \u00f6ffentlichen Diplomatie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> \tdpa\/Abedin Taherkenareh &#8211; 03-06-2014 &#8211; In seinem j&uuml;ngsten Bericht vom M&auml;rz verweist der Sonderberichterstatter darauf, dass Iran eigentlich die notwendigen Instrumente besitze, seinen v&ouml;lkerrechtlichen Verpflichtungen zum Menschenrechtsschutz nachzukommen. So habe Teheran sowohl den Internationalen Pakt &uuml;ber die b&uuml;rgerlichen und politischen Rechte als auch den Internationalen Pakt &uuml;ber die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte unterzeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBeiden Pakten war Iran allerdings bereits im Jahr 1975 beigetreten, also noch unter dem Schah, der f&uuml;r seine negative Menschenrechtsbilanz ebenfalls kritisiert worden war.<br \/> \tMenschenrechtsdialog findet auf Augenh&ouml;he statt<br \/> \tSeitdem hat sich die Menschenrechtspolitik in den letzten 40 Jahren jedoch erheblich weiter entwickelt und ausdifferenziert. Insbesondere ein Instrument wie der Menschenrechtsdialog bietet heute die Chance, die Gefahr doppelter Standards zu minimieren, d.h. Menschenrechte nicht umso st&auml;rker zu thematisieren, je angespannter das Verh&auml;ltnis zu einem Land ist. Der Menschenrechtsdialog findet, anders als die Sanktionspolitik, st&auml;rker auf Augenh&ouml;he statt und hat das Potential, die Beziehungen zwischen beiden Seiten zu st&auml;rken.<br \/> \tDiesen Vorteil hat auch der Iran realisiert und entsprechende Dialoge in den vergangenen 20 Jahren nicht nur multilateral mit der EU, sondern auch bilateral mit verschiedenen L&auml;ndern wie Deutschland, Japan und der Schweiz entwickelt. Durch diese Dialoge wurde die iranische Menschenrechtsfrage auf offizieller Ebene immer st&auml;rker aus dem Bereich der stillen Diplomatie in den Bereich der &ouml;ffentlichen Diplomatie geholt. Doch hat sich durch diese Menschenrechtsdialoge wirklich etwas zum Positiven ver&auml;ndert? Diese Frage ist &#8211; angesichts der heutigen Menschenrechtslage im Iran &#8211; schwer zu beantworten.<br \/> \tAtom-Abkommen st&auml;rkt die moderaten Kr&auml;fte<br \/> \tSelbst bei einem &ouml;ffentlich sichtbaren diplomatischen Instrument wie dem Menschenrechtsdialog sind Erfolge und Misserfolge kaum objektiv messbar. In den seltensten F&auml;llen, etwa bei besonders prominenten Dissidenten, wird die Freilassung eines politischen Gefangenen in einen unmittelbaren Zusammenhang mit einem Menschenrechtsinstrument der &ouml;ffentlichen oder stillen Diplomatie gebracht werden k&ouml;nnen. Gleichwohl sollte dieses Instrument auch in den europ&auml;isch-iranischen und deutsch-iranischen Beziehungen wieder etabliert werden.<br \/> \tWenn in der Atomfrage ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen werden wird, dann spricht vieles daf&uuml;r, dass dies die moderaten Kr&auml;fte im Iran st&auml;rken wird. In dieser Situation w&auml;re ein neuer Menschenrechtsdialog der richtige Schritt, um auch in der Menschenrechtsfrage eine Verbesserung der Beziehungen mit dem Iran f&uuml;r die Verbesserung der Lage der Menschen im Iran zu nutzen.<br \/> \t&Uuml;ber den Experten<\/p>\n<p> \tDr. Oliver Ernst arbeitet als Nahost-Referent der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Seit 2010 organisiert der &uuml;ber die deutsche Menschenrechtspolitik gegen&uuml;ber der T&uuml;rkei promovierte Politikwissenschaftler in Weimar den kulturell-politischen deutsch-iranischen Hafis-Dialog. Zuletzt publizierte Ernst den Iran-Reader 2014.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> \tdpa\/Abedin Taherkenareh &#8211; 03-06-2014 &#8211; In seinem j&uuml;ngsten Bericht vom M&auml;rz verweist der Sonderberichterstatter darauf, dass Iran eigentlich die notwendigen Instrumente besitze, seinen v&ouml;lkerrechtlichen Verpflichtungen zum Menschenrechtsschutz nachzukommen. 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