{"id":151,"date":"2014-08-24T14:16:16","date_gmt":"2014-08-24T12:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2014\/08\/24\/man-geniert-sich-derzeit-nur-ein-muslim-zu-sein\/"},"modified":"2014-08-24T14:16:16","modified_gmt":"2014-08-24T12:16:16","slug":"man-geniert-sich-derzeit-nur-ein-muslim-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=151","title":{"rendered":"&#8220;Man geniert sich derzeit nur, ein Muslim zu sein&#8221;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> \t24.08.2014- (Kurier) &#8211; Die M&ouml;rderbanden des &quot;Islamischen Staates&quot; berufen sich auf den Koran und Mohammed. Wie viel Islam steckt tats&auml;chlich im islamistischen Terror?<br \/> \tEdnan Aslan verfolgt die Berichte &uuml;ber die Gr&auml;ueltaten der IS-Milizen und ihren drakonischen Verhaltenskodex &ndash; Dieben wird die Hand abgehackt, Frauen sollen zu Hause bleiben, Gegnern der Islamisten droht die Ermordung usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&ndash; mit zunehmender Verzweiflung. &quot;Weil Muslime nirgendwo auf der Welt ihre Probleme mit friedlichen Mitteln l&ouml;sen k&ouml;nnen, ist Krieg beinahe eine islamische Angelegenheit geworden&quot;. Aslan lehrt am Institut f&uuml;r Islamische Religionsp&auml;dagogik in Wien. Der Gelehrte sagt: &quot;Derzeit geniert man sich nur, Muslim zu sein&quot;. Dass westliche Staaten Wirtschaftsinteressen in mehrheitlich muslimischen L&auml;ndern verfolgen, sich machtvoll in die Politik dieser Staaten einmischen, das alles sei keine Entschuldigung f&uuml;r das Vorgehen der Terrormiliz und die unschuldigen Opfer.<br \/> \tDeren Angeh&ouml;rige sitzen auch in &Ouml;sterreich: Sandos Solamen h&auml;lt sich an ihrer Handtasche fest, k&auml;mpft mit den Tr&auml;nen. Die Jesidin und alleinerziehende Mutter lebt und arbeitet seit 2003 in Wien. Und noch nie in ihrem Leben hatte sie so viel Angst. Angst um ihre Verwandten und Bekannten, die vor dem islamistischen Terror aus dem Irak in die T&uuml;rkei gefl&uuml;chtet sind. &quot;Ich werfe nicht alle Muslime in einen Topf. Ich denke, dass der Islam grunds&auml;tzlich eine friedliche Religion ist.&quot; Obwohl der IS ihre Glaubensbr&uuml;der vor die Wahl gestellt habe, entweder zum Islam &uuml;berzutreten oder ermordet zu werden, legt sie Wert auf diese Unterscheidung. Die Obfrau von &quot;Mala Ezidiya&quot;, dem Verein der Jesiden in Wien, hat viele muslimische Freunde und Bekannte. &quot;Der IS verfolgt uns, weil wir in ihren Augen Ungl&auml;ubige sind. Aber das, was IS uns antut, das ist nicht der wahre Islam.&quot;<br \/> \t&Auml;hnlich der Politologe Thomas Schmidinger k&uuml;rzlich im ORF-Morgenjournal: Der IS sei eine radikalisierte Ideologie, die den Islam zur Mobilisierung nutzte. Professor Aslan ist da etwas anderer Meinung: &quot;Islam und Islamismus haben nat&uuml;rlich miteinander zu tun, insofern als die Islamisten ihre Schandtaten ja mit der Heiligen Schrift begr&uuml;nden.&quot;<\/p>\n<p> \t<strong>Keine Gnade<\/strong><\/p>\n<p> \tDer Autor Hamed Abdel-Samad spricht sogar vom &quot;Islamofaschismus&quot;. Begr&uuml;ndung: Der Islam dulde keine abweichenden Meinungen und strebe nach der Weltherrschaft. Islamische Gelehrte haben zum Mord an dem Autor aufgerufen. Abdel-Samad habe den Propheten beleidigt, der ihnen heilig ist. Begnadigung durch Reue sei daher unm&ouml;glich.<br \/> \tDie &quot;Richtigkeit&quot; des Todesurteils wird mit einer Geschichte aus dem Leben Mohammeds belegt, die der Autor in seinem Buch &quot;Der islamische Faschismus&quot; (Droemer Knaur, 2014, 18,50 Euro) in voller L&auml;nge zitiert: Der Prophet Mohammed entdeckte vor seiner Moschee einmal eine get&ouml;tete Frau. Er fragte die Betenden, wer sie umgebracht habe. Ein blinder Mann erhob sich und sagte: &quot;Ich habe sie get&ouml;tet, Prophet Gottes. Sie ist meine Sklavin und ich habe von ihr zwei kleine Kinder, die zwei Perlen gleich sind. Doch gestern hat sie dich, Prophet Gottes, beleidigt. Ich habe sie aufgefordert, dich nicht mehr zu schimpfen, aber sie wiederholte was sie gesagt hatte. Ich konnte das nicht aushalten und habe sie umgebracht.&quot; Mohammed sagte daraufhin: &quot;Ihr seid meine Zeugen, das Blut dieser Frau ist zu Recht geflossen!&quot;<br \/> \tMit Zitaten wie diesen k&ouml;nnten auch die IS-K&auml;mpfer &quot;locker&quot; Mord und Blutvergie&szlig;en theologisch untermauern, sagt Aslan. &quot;Diese Menschen benutzen historische Quellen aus dem 7. Jahrhundert, ohne den historischen Kontext zu beachten. Diese Art von Islam ist nicht mein Islam, aber tats&auml;chlich kann die IS-Miliz ihre Schandtaten mit Quellen belegen.&quot; Die Nicht-Erw&auml;hnung in den Schriften ist keine Rettung vor dem IS-Terror: Das Vorgehen gegen die Jesiden lasse sich auch dadurch begr&uuml;nden, &quot;dass es im Islam schlicht keine theologische Grundlage f&uuml;r ein Zusammenleben mit Jesiden gebe&quot;, sagt der Wiener Religionsforscher Wolfram Reiss. Nur das Zusammenleben mit Juden, Christen und anderen als Monotheisten und Schriftbesitzer anerkannten Religionen sei dort geregelt. Da die Jesiden wegen ihrer Verehrung des Engels Melek Taus als &quot;Teufelsanbeter&quot; gelten w&uuml;rden, in ihrem Kult auch Vogelfiguren eine Rolle spielten und sie keine Heiligen B&uuml;cher nachweisen k&ouml;nnten, geh&ouml;rten sie traditionell nicht zu den Religionen, die toleriert w&uuml;rden. Toleriert werden vom IS im Irak und Syrien aber auch andere Religionen nicht &ndash; alles sind &quot;Ungl&auml;ubige&quot;, die verfolgt werden.<\/p>\n<p> \t<strong>Klassische Scharia-Theorie<\/strong><\/p>\n<p> \tZur&uuml;ck nach &Ouml;sterreich: &Uuml;berzeugte und liberale Muslime wie der &ouml;sterreichische Pal&auml;stinenser Rami Shehadeh und seine Frau Anne (siehe unten) sch&auml;tzen am Islam seine gr&ouml;&szlig;ere Klarheit im Vergleich zum Christentum, &quot;etwa die Dreifaltigkeit, wenn es nur einen Gott gibt. Warum es schwieriger machen?&quot; Den Islam sieht Anne als Erweiterung zum Christentum, nicht als Gegensatz. Manche konservative Muslime haben allerdings Probleme, ihre Religiosit&auml;t und die pluralistische Gesellschaft ihrer neuen Heimat unter einen Hut zu bringen.<br \/> \tAslan: &quot;Diese Menschen sagen, dass es die Scharia in &Ouml;sterreich nicht gibt, weil sie hier als Minderheit leben. Wenn sie sich diese Worte auf der Zunge zergehen lassen, was hei&szlig;t das? Sie leben in einer Gesellschaft, in der sie nicht leben sollten, weil sie ihre Regeln hier nicht verwirklichen k&ouml;nnen. Sie steinigen hier keine Frauen, aber wenn sie die Mehrheit h&auml;tten, dann w&uuml;rden sie das tun? So k&ouml;nnte man das verstehen. Mord, Vertreibung und Unterdr&uuml;ckung von Ungl&auml;ubigen, also das was der IS im Irak macht, entspricht den Regeln der klassischen Scharia-Theorie.&quot;<br \/> \tDer geb&uuml;rtige T&uuml;rke Aslan erz&auml;hlt, dass immer mehr Forscherkollegen seiner alten Heimat den R&uuml;cken kehren, da selbst dort Widerspruch immer weniger geduldet werde. &quot;Wenn es uns Muslimen im Westen nicht gelingt, den Islam europ&auml;isch zu pr&auml;gen, dann werden wir immer wieder mit IS-Organisationen zu tun haben.&quot;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"> \t<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"images\/2011\/i\/im.namen.jpg\" style=\"height: 552px; width: 300px;\" \/><\/p>\n<p> \t&nbsp;<strong>Klarheit und Rhythmus im Leben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAuch das ist Islam. Rami Shehadeh und sein Frau Anne haben einander 1989 in Deutschland kennengelernt. Er, ein in Jordanien geborener Pal&auml;stinenser und traditionell gepr&auml;gter Muslim. Sie, eine streng katholisch erzogene Frau. &quot;Wir waren schon verheiratet. Ich bin weiter zur Kirche gegangen. Wir haben viel diskutiert, so kam ich zum Islam. Freiwillig nat&uuml;rlich&quot;, erz&auml;hlt sie, &quot;man kann ja niemanden zwingen, seinen Glauben zu wechseln&quot;. Seit 1991 praktiziert das Paar seine Religion mit den t&auml;glichen f&uuml;nf Gebeten. Der Islam gebe Halt und lasse die irdischen Ungerechtigkeiten verblassen. &quot;Man wei&szlig;, was man zu befolgen hat, und es ist ganz klar und einfach&quot;, sagt Frau Shehadeh.<br \/> \tIm Islam gibt es Kleider- und Essensvorschriften. F&uuml;r beide Geschlechter gilt: keine k&ouml;rperbetonte Kleidung, Frauen m&uuml;ssen Kopf und Dekollet&eacute; bedecken. Schweinefleisch und Alkohol sind haram (S&uuml;nde). Tiere m&uuml;ssen vollst&auml;ndig ausgeblutet sein.<br \/> \tAnne und ihr Mann interpretieren ihren Glauben liberal. Problemlos sind die rituellen Handlungen wie die Fu&szlig;waschung vor den Gebeten untertags. &quot;Wenn man sich zu Hause gewaschen hat, braucht man im Job nur mit der Hand symbolisch &uuml;ber die Schuhe zu streifen&quot;, sagt Software-Entwickler Rami. Anne war &quot;leider&quot; wegen der Kinder nie in Mekka, erz&auml;hlt er dem KURIER, Rami schon zwei Mal. &quot;So viele Menschen auf einem Fleck, aus so vielen V&ouml;lkern, diese Vielfalt muss man erlebt haben!&quot;, sagt er. &quot;Alle diese Menschen sind gleichgestellt, egal ob K&ouml;nig, Milliard&auml;r oder Bettler, alle sind gleich angezogen, alle Frauen, alle M&auml;nner.&quot; Kleiner Faktencheck: Tats&auml;chlich sind im Islam vor Allah beide Geschlechter gleich. Im Erbrecht und im allt&auml;glichen Leben ist die Frau allerdings benachteiligt.<\/p>\n<p> \t<strong>&quot;Was passiert mit den entf&uuml;hrten M&auml;dchen und Frauen?&quot;<\/strong><\/p>\n<p> \t<img decoding=\"async\" alt=\"Sandos Solamen, Obfrau von Mala Ezidiya, dem Verein der Jesiden in Wien. - Foto: KURIER\/Franz Gruber\" class=\"caption\" src=\"images\/2011\/s\/sandos-solamen.jpg\" style=\"float: right;\" title=\"Sandos Solamen, Obfrau von Mala Ezidiya, dem Verein der Jesiden in Wien. - Foto: KURIER\/Franz Gruber\" \/><\/p>\n<p> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Obfrau des Jesiden-Vereins spricht &uuml;ber die Folgen f&uuml;r Frauen und M&auml;dchen, wenn sie von IS gefangen werden.<br \/> \tWenn Sandos Solamen von den Frauen und M&auml;dchen erz&auml;hlt, die in einem Dorf nahe Shingal von K&auml;mpfern des &quot;Islamischen Staates&quot; (IS) in K&auml;figen gefangen und auf einem Basar verkauft wurden, wird ihre Stimme br&uuml;chig und verstummt. Sie kann ihre Tr&auml;nen nicht unterdr&uuml;cken, Sohn Dimuzi sitzt neben ihr und reicht ein Taschentuch. &quot;Zehn Dollar f&uuml;r ein M&auml;dchen, manchmal auch weniger. Die h&uuml;bschesten wurden an die Oberh&auml;upter und Gener&auml;le der IS verkauft&quot;, sagt die zierliche Frau mit matter Stimmer. Sie will diese Geschichten erz&auml;hlen, obwohl es ihr schwer f&auml;llt.<br \/> \tSolamen ist Obfrau von &quot;Mala Ezdiya&quot;, dem Verein der Jesiden in Wien. Seit 2003 lebt die Englischlehrerin aus Bagdad mit ihrem 22-j&auml;hrigen Sohn Dimuzi in &Ouml;sterreich. Nun bangen sie um die Menschen im Irak, die von den IS-K&auml;mpfern grausam verfolgt und ermordet werden. Die &Uuml;bergriffe auf Jesiden im Nordirak geh&ouml;ren nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef zu den schwersten dieses Jahrhunderts. Der Organisation liegen allein in der Provinz Ninawa 80 belegte F&auml;lle vor. Augenzeugen, die aus der Shingal-Region geflohen sind, sprachen von T&ouml;tungen, sexuellem Missbrauch von Frauen und Kindern und Verschleppungen. 200.000 Jesiden befinden sich derzeit auf der Flucht. Einige haben sich in den Bergen um Shingal versteckt. Dort allerdings drohen viele&nbsp;&ndash; vor allem &auml;ltere Menschen und Kinder&nbsp;&ndash; zu verhungern und zu verdursten. Solamens Verwandte haben es teilweise bis in die T&uuml;rkei geschafft. &quot;Sie sind in einem Fl&uuml;chtlingslager untergebracht und wissen nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Sie k&ouml;nnen nicht mehr zur&uuml;ck.&quot;<\/p>\n<p> \t<strong>Verfolgte Minderheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<img decoding=\"async\" alt=\"Foto: KURIER\/Franz Gruber\" class=\"caption\" src=\"images\/2011\/d\/dimuzi.jpg\" style=\"float: left;\" title=\"Foto: KURIER\/Franz Gruber\" \/>Jesiden sind eine Minderheit unter den Kurden. Sie verstehen sich als eine der &auml;ltesten monotheistischen Religionen der Menschheit, kennen keinen Teufel und keine H&ouml;lle. Im Zentrum ihres Glaubens steht der Engel Melek Taus, ein Pfau. Er erschuf in Gottes Auftrag die Welt sowie Adam und Eva. Die meisten Jesiden stammen aus dem Irak, Syrien, Iran oder der T&uuml;rkei. Ihre Anzahl ist nicht genau bekannt. Experten sch&auml;tzen sie auf 700.000 bis 800.000 weltweit. Soleman berichtet von 100 jesidischen Familien in Wien und zirka 500 in ganz &Ouml;sterreich. Die IS-K&auml;mpfer verfolgen die Jesiden, weil sie in ihren Augen Ungl&auml;ubige sind. &quot;Sie sagen, wir haben kein Buch wie den Koran &ndash; das stimmt zwar, aber wir glauben auch an Gott.&quot; Es ist der 74. Versuch, die Jesiden auszul&ouml;schen, setzt Soleman fort. Sie berichtet von IS-Truppen, die in D&ouml;rfer einmarschieren und die Menschen vor ein Ultimatum stellen: Entweder sie konvertieren zum Islam oder sie m&uuml;ssen sterben.<br \/> \tDer 22-j&auml;hrige Dimuzi verfolgt die Ereignisse &uuml;ber Facebook und Twitter. Auf seinem Smartphone zeigt er ein Propaganda-Video von IS. Zu sehen sind jesidische M&auml;nner, die unter angedrohter Waffe gezwungen werden, ihrem Glauben zu entsagen, um dann bei einer Predigt von einem Priester bekehrt zu werden. Zusammengepfercht sitzen sie am Boden, keiner sieht auf. Dimuzi berichtet auch davon, wie junge M&auml;nner &uuml;ber soziale Medien rekrutiert werden. &quot;Sie werden mit Geld gelockt und in Ausbildungscamps gebracht. Dort geht es weiter mit der Gehirnw&auml;sche: Ihnen wird versprochen, dass sie f&uuml;r den Mord an einem Ungl&auml;ubigen ins Paradies kommen, an einem Tisch mit Mohammed zu Mittag essen und mit vielen Frauen belohnt werden &ndash; Ungebildete lassen sich davon beeindrucken.&quot;<\/p>\n<p> \t<strong>Schicksal<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWas Sandos Solamen derzeit besonders besch&auml;ftigt, ist das Schicksal der verschleppten Frauen und M&auml;dchen: &quot;Was passiert mit ihnen, wenn sie freikommen? Sie wurden von der IS festgehalten, das hei&szlig;t f&uuml;r die Angeh&ouml;rigen, sie wurden vergewaltigt und bedeutet in deren Augen, dass sie Schande &uuml;ber die Familie gebracht haben. Sie geh&ouml;ren nicht mehr dazu, weil sie kein Jeside mehr heiraten w&uuml;rde &ndash; obwohl sie nichts daf&uuml;r k&ouml;nnen. Das ist furchtbar.&quot;<br \/> \tSolamen sch&uuml;ttelt den Kopf. Es ist ihre eigene Religion, die sie an diesem Punkt nicht versteht. &quot;Es ist eine Religion, in die man nicht rein und nicht raus kann&quot;, erg&auml;nzt ihr Sohn. Damit meint er, dass Jesiden nur untereinander heiraten d&uuml;rfen &#8211; es darf auch niemand zum Jesidentum konvertieren. Beziehungen mit Menschen anderer Glaubensrichtungen sind nicht erlaubt. Solamen will dies &auml;ndern, ihre Glaubensrichtung revolutionieren&nbsp;&ndash; wie sie stolz sagt. &quot;Es w&auml;re auch f&uuml;r unsere Kultur besser, wenn wir etwas offener w&auml;ren. Aber leider sind viele unserer Leute sehr streng.&quot; F&uuml;r ihre Pl&auml;ne hat sie mit B\u0101b\u0101 Schaich (Vater Scheich, Anm.) Kontakt aufgenommen. Er ist das Oberhaupt der Jesiden und lebt im Irak. &quot;Ich habe ihn gefragt, wieso wir es den Frauen &#8211; auch den verschleppten, die kein Jeside mehr heiraten w&uuml;rde &#8211; nicht zumindest erm&ouml;glichen, M&auml;nner aus anderen Religionen zu heiraten? So m&uuml;ssen sie ihr Leben alleine verbringen, au&szlig;erhalb der jesidischen Gesellschaft.&quot; Doch bei diesem Thema, so Solamen, macht das Oberhaupt dicht. Es ist ein Tabuthema, doch sie will nicht aufgeben.<br \/> \tF&uuml;r die Fl&uuml;chtlinge fordert sie humanit&auml;re Hilfe und bittet um deren Aufnahme in Europa und in &Ouml;sterreich. &quot;Es wurden zwar Lebensmittel per Helikopter in die Berge geflogen, doch diese sind schnell verbraucht. In wenigen Wochen wird es dort sehr kalt, die Menschen haben keine Unterk&uuml;nfte. Sie m&uuml;ssen weggebracht werden.&quot; Dazu kommt, dass viele Hilfsg&uuml;ter und Spenden in den jeweiligen D&ouml;rfern im Irak nicht verteilt wurden. &quot;Immer wieder h&ouml;ren wir, dass nichts angekommen ist. Es wurden Millionen gespendet, aber nichts kam an. Wie kann das sein?&quot; Solamen fordert eine kontrollierte Vergabe der Spenden etwa unter der Aufsicht von UN-Mitarbeitern.<\/p>\n<p> \t<strong>Petition<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor einigen Tagen wandten sich Solamen und andere jesidische Vertreter auf einer Pressekonferenz mit ihren Anliegen an die Medienvertreter. Sie hatten eine Petition vorbereitet.&nbsp;&quot;Wir haben vier Hauptforderungen. Erstens brauchen wir dringend humanit&auml;re Hilfe. Dann bitten wir um die Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen in Europa und in &Ouml;sterreich. Zudem soll eine humanit&auml;re Schutzzone errichtet werden in der Region. Letztlich ist es wichtig, dass eine Untersuchungskommission die Ereignisse der letzten Wochen im Nordirak und insbesondere die Massaker an den Jesiden &uuml;berpr&uuml;ft&quot;, sagte Alo Schwan, Vertreter der Shingal Gemeinde in Deutschland.<\/p>\n<p> \tUnterst&uuml;tzung bekamen sie auch von der T&uuml;rkischen Kulturgemeinde &Ouml;sterreich. Birol Kilic, deren Leiter, appellierte an seine Glaubensgemeinschaft: &quot;Ich rufe alle Muslime auf, sich von der Terrorgruppe IS zu distanzieren und Jugendliche aufzukl&auml;ren. Denn die haben mit dem Islam nichts zu tun. Vor allem die Menschen aus der T&uuml;rkei m&uuml;ssen aufstehen und sagen, dass hier ein schrecklicher Genozid passiert.&quot; Trotz der schrecklichen Taten, die IS-Terroristen im Namen Allahs ver&uuml;ben, legt Solamen Wert auf ein differenziertes Bild von Muslime: &quot;Man darf sie nicht alle in einen Topf werfen. Wir haben viele muslimische Freunde und Bekannte. Das, was die IS macht, das ist nicht der wahre Islam.&quot;<br \/> \t(Kurier)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> \t24.08.2014- (Kurier) &#8211; Die M&ouml;rderbanden des &quot;Islamischen Staates&quot; berufen sich auf den Koran und Mohammed. Wie viel Islam steckt tats&auml;chlich im islamistischen Terror?<br \/> \tEdnan Aslan verfolgt die Berichte &uuml;ber die Gr&auml;ueltaten der IS-Milizen und ihren drakonischen Verhaltenskodex &ndash; Dieben wird die Hand abgehackt, Frauen sollen zu Hause bleiben, Gegnern der Islamisten droht die Ermordung usw.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[168,166,44],"class_list":["post-151","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-dschihadisten","tag-isis","tag-terror"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=151"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}