{"id":162,"date":"2014-10-28T15:58:38","date_gmt":"2014-10-28T14:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2014\/10\/28\/nach-dem-tod-von-rejhaneh-dschabbari-bleiben-viele-fragen-offen\/"},"modified":"2014-10-28T15:58:38","modified_gmt":"2014-10-28T14:58:38","slug":"nach-dem-tod-von-rejhaneh-dschabbari-bleiben-viele-fragen-offen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=162","title":{"rendered":"Nach dem Tod von Rejhaneh Dschabbari bleiben viele Fragen offen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;25. Oktober 2014-RP- Teheran. Der Fall der Iranerin Rejhaneh Dschabbari hat viele Menschen im Iran und in aller Welt bewegt. Am Samstag wurde die 26-J&auml;hrige wegen Mordes hingerichtet &#8211; f&uuml;r eine Tat, deren Umst&auml;nde weiter im Dunkeln liegen. Viele Fragen bleiben offen. &quot;Ich wei&szlig; nicht, ob ich traurig oder w&uuml;tend sein soll&quot;, schreibt die Mutter von Rejhaneh Dschabbari auf ihrer Facebook-Seite. Am Vorabend der Hinrichtung habe ihre Tochter vor Angst Fieber bekommen. &quot;Mit Fieber taumelte sie dann auch heute zum Strang.&quot;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tF&uuml;r die Iranerin Rejhaneh Dschabbari begann das Martyrium vor sieben Jahren mit dem Auftrag eines Mannes, der seine Wohnung in Nordteheran neu dekoriert haben wollte. Es endete f&uuml;r die 26-J&auml;hrige am Samstag mit dem Tod am Strang. Vieles, was dazwischen geschehen ist, bleibt auch nach ihrer Hinrichtung ein Geheimnis.<br \/> \tDer Kunde habe versucht, sie in seiner Wohnung zu vergewaltigen, gab die junge Frau an. Sie habe sich gewehrt und den Angreifer dann in Notwehr mit einem Messer get&ouml;tet.<br \/> \tDie Polizei kam bei ihren Ermittlungen zu einem anderen Ergebnis. Es habe keinerlei Spuren einer Vergewaltigung gegeben. Der Mann sei von hinten &#8211; angeblich beim Beten &#8211;&nbsp;erstochen worden. Au&szlig;erdem gebe es Zeugen, die gesehen haben sollen, wie sie das Messer zwei Tage zuvor gekauft hatte. Weiterhin soll sie mit ihrem Handy eine Textnachricht an eine Freundin geschickt und ihre Tat angek&uuml;ndigt haben.<br \/> \t&quot;Es gab in der Tat sehr viele Widerspr&uuml;che&quot;, kommentiert eine mit dem Fall vertraute Anw&auml;ltin in Teheran die Aussagen der Frau. Keine junge Iranerin &#8211; damals war Dschabbari erst 19 Jahre alt &#8211; w&uuml;rde beispielsweise in dem islamischen Land alleine in die Wohnung eines wildfremden Mannes gehen. Auch dass sie ihn von hinten erstochen habe, mache bei einer Vergewaltigung keinen Sinn.<br \/> \tDie genaue Identit&auml;t des Opfers ist unklar. Es ist von einem Arzt die Rede, aber auch von einem Agenten des Geheimdienstes. &quot;Das spielt zwar bei einem Mord keine gro&szlig;e Rolle, aber zumindest bei der Aufkl&auml;rung der Zusammenh&auml;nge&quot;, so die Anw&auml;ltin.<br \/> \tDen Fakten nach sollte man eher von einem Beziehungsdrama mit einer Kurzschlussreaktion ausgehen. Aber die Aff&auml;re eines verheirateten Beamten in der islamischen Administration mit einer 19-J&auml;hrigen &#8211; und das noch in einer heimlichen Junggesellenwohnung &#8211; sollte wohl doch lieber nicht ans Licht kommen, meint die Anw&auml;ltin.<br \/> \tDer UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage im Iran, Ahmed Schahid, &auml;u&szlig;erte sich im April ernsthaft besorgt, dass Dschabbari kein faires Verfahren erhalten habe k&ouml;nnte. Das Urteil basiere m&ouml;glicherweise auf durch Folter erzwungenen Gest&auml;ndnissen. Andere Menschenrechtler beklagten, dass Beweise zur&uuml;ckgehalten worden seien.<br \/> \tWut richtet sich gegen die Familie des Get&ouml;teten<br \/> \tDie Hinrichtung h&auml;tte dennoch verhindert werden k&ouml;nnen. Im Iran gilt das &quot;Ghessas-Gesetz&quot;, wonach die Familie eines Opfers sowohl ein Recht auf Vergeltung als&nbsp;auch auf Begnadigung hat. Doch die Kinder des Opfers wollten keine Begnadigung, weil sie nicht nur den Vater verloren hatten, sondern auch mit den Vergewaltigungsvorw&uuml;rfen&nbsp;der Frau gegen ihn leben m&uuml;ssen. Die h&auml;tten den Ruf der Familie f&uuml;r immer besch&auml;digt, sagt der &auml;ltere Sohn.<br \/> \tDie Sympathien der Iraner lagen in sozialen Netzwerken mehrheitlich auf der Seite Dschabbaris. Die Wut richtete sich nicht gegen die iranische Justiz, sondern gegen die Familie des Opfers, weil sie trotz mehrerer Vermittlungsversuche der Justiz eine Begnadigung abgelehnt hatte.<br \/> \tEine Frau richtete sich an die Kinder des Mannes und schrieb sarkastisch: &quot;Seid stolz auf euren Vater, der nach jedem Gebet junge M&auml;dchen verf&uuml;hrte und sie sexuell ausn&uuml;tzte, und den ihr immer noch als fromm anseht.&quot;<br \/> \tQuelle: dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;25. Oktober 2014-RP- Teheran. Der Fall der Iranerin Rejhaneh Dschabbari hat viele Menschen im Iran und in aller Welt bewegt. Am Samstag wurde die 26-J&auml;hrige wegen Mordes hingerichtet &#8211; f&uuml;r eine Tat, deren Umst&auml;nde weiter im Dunkeln liegen. Viele Fragen bleiben offen. &quot;Ich wei&szlig; nicht, ob ich traurig oder w&uuml;tend sein soll&quot;, schreibt die Mutter von Rejhaneh Dschabbari auf ihrer Facebook-Seite. 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