{"id":199,"date":"2015-03-05T18:49:42","date_gmt":"2015-03-05T17:49:42","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2015\/03\/05\/05032015\/"},"modified":"2015-03-05T18:49:42","modified_gmt":"2015-03-05T17:49:42","slug":"05032015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=199","title":{"rendered":"Iranische Revolutionsgarde: &#8220;Wir werden Facebook unsicher machen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">05-03-2015-\u00a0heise-\u00a0 Die Iranische Revolutionsgarde sammelt offenbar gezielt Informationen \u00fcber iranische Internetnutzer. Mit mehreren Projekten geht sie gegen Nutzer sozialer Netzwerke vor und betont die Unsicherheit im Netz. Der Druck soll wohl wachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Iranische Revolutionsgarde will offenbar st\u00e4rker gegen soziale Netzwerke vorgehen. Wie das Zentrum zur Untersuchung der organisierten Cyberkriminalit\u00e4t am vergangenen Sonntag mitteilte, soll gezeigt werden, dass &#8220;organisierte Aktivit\u00e4ten&#8221; auf Facebook nicht sicher sind. Auch jene, die &#8220;unmoralische Inhalte produzieren&#8221; sollten sich nicht in Sicherheit wiegen.<br \/>Kompetenzgerangel bei Internetkriminalit\u00e4t<br \/>Das Zentrum zur Untersuchung der organisierten Cyberkriminalit\u00e4t ist eine Abteilung der Revolutionsgarde und hat sich seit 2005 die Bek\u00e4mpfung der Internetkriminalit\u00e4t zur Aufgabe gemacht. Ihre rechtliche Legitimation ist allerdings umstritten, da das Zentrum parallel zu der iranischen Polizeiorganisation Fata operiert, die offiziell f\u00fcr Internetkriminalit\u00e4t zust\u00e4ndig ist.<br \/>In der Mitteilung des Zentrums wird behauptet, im Rahmen eines Projektes namens Spinne seien Informationen \u00fcber &#8220;acht Millionen Likes&#8221; von den Nutzern und ihre Aktivit\u00e4ten auf unterschiedlichen Facebook-Seiten gesammelt worden. Auf das Projekt hatte das Zentrum schon Ende Januar hingewiesen, als mehrere Personen wegen der &#8220;Verbreitung von Unmoral in der Gesellschaft&#8221; verhaftet worden waren. Zu ihren Identit\u00e4ten gab es zun\u00e4chst keine Auskunft. Nun wird ihnen zudem auch eine &#8220;Beleidigung der Heiligt\u00fcmer des Islams&#8221; sowie die &#8220;Ermutigung anderer Personen zur Straftaten&#8221; vorgeworfen. Blasphemie kann im Iran mit dem Tod bestraft werden.<br \/>Zwei der Beschuldigten wurden in der aktuellen Mitteilung nun mit ihren Initialen vorgestellt. Es handelt sich demnach um zwei 27-j\u00e4hrige M\u00e4nner. Sie werden als Administratoren mehrerer angeblich pornographischer Facebook-Seiten beschrieben. Angeblich sind beide vorbestraft. Einer von ihnen soll im Zusammenhang mit den Protesten nach der umstrittenen Pr\u00e4sidentschaftswahl im Sommer 2009 inhaftiert gewesen sein und den Reformern im Lande nahe stehen.<br \/>\u00dcberwachung der Kommunikation<br \/>Dar\u00fcber hinaus wird verk\u00fcndet, dass in den kommenden zwei Monaten \u00e4hnliche \u00dcberwachungsprojekte f\u00fcr soziale Netzwerke und internetbasierte Kommunikationsdienste wie Instagram, Viber und WhatsApp geplant sind. Ultrakonservative iranische Politiker fordern seit l\u00e4ngerem ein h\u00e4rteres Vorgehen gegen soziale Netzwerke und Internetdienste, die sie als umst\u00fcrzlerische Instrumente des Westens und Israels betrachten. Sie streben eine komplette Blockierung derartiger Kommunikationsdienste an, w\u00e4hrend die Regierung von Pr\u00e4sident Rohani sich dagegen weigert. Sie will stattdessen nur gezielt ungewollte Inhalte sperren, nicht die ganzen Dienste.<br \/>Im Iran wird der Zugang zu vielen Webseiten, Weblogs sowie sozialen Netzwerken blockiert und trotzdem genie\u00dfen gerade letztere eine enorme Popularit\u00e4t. Die iranischen Nutzer verschaffen sich den Zugang zu den verbotenen Seiten \u00fcber Proxys. Der 2013 zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlte Hassan Rohani hatte im Wahlkampf eine Lockerung der Internetzensur versprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">05-03-2015-\u00a0heise-\u00a0 Die Iranische Revolutionsgarde sammelt offenbar gezielt Informationen \u00fcber iranische Internetnutzer. Mit mehreren Projekten geht sie gegen Nutzer sozialer Netzwerke vor und betont die Unsicherheit im Netz. 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