{"id":279,"date":"2018-01-02T23:06:25","date_gmt":"2018-01-02T22:06:25","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2018\/01\/02\/aufruhr-gegen-das-regime-im-iran\/"},"modified":"2018-02-27T01:03:54","modified_gmt":"2018-02-27T00:03:54","slug":"aufruhr-gegen-das-regime-im-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=279","title":{"rendered":"Aufruhr gegen das Regime im Iran"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">02.01.2017- diepresse &#8211;\u00a0von unserem Korrespondenten Martin Gehlen\u00a0\u00a0Die Unruhen gegen die F\u00fchrung haben sich von der Provinz nach Teheran ausgeweitet. Die Revolutionsgarden schlagen die Proteste brutal nieder. Mehr als ein Dutzend Menschen sterben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><!--more--><strong>Tunis\/Teheran.\u00a0<\/strong>Ausl\u00f6ser waren gestiegene Eierpreise. Seitdem eskaliert der \u00c4rger \u00fcber Irans Alltagsmisere immer mehr zum Grundsatzprotest gegen die Herrschaft der Mullahs, die Tyrannei der Islamischen Republik sowie die kostspieligen Interventionen in Syrien, Libanon, Gaza und Irak. \u201e\u00dcberlasst Syrien sich selbst, denkt auch mal an uns\u201c und \u201eKein Gaza, kein Libanon \u2013 unser Leben ist f\u00fcr den Iran\u201c, skandierten die Menschen in Teheran und zwei Dutzend anderen St\u00e4dten, darunter auch Qom, dem Zentrum des religi\u00f6sen Establishments. Demonstranten fordern bereits die Freilassung aller politischen Gefangenen und rufen \u201eTod dem Diktator\u201c, eine direkte Anspielung auf den Obersten Revolutionsf\u00fchrer Ajatollah Ali Khamenei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">In Teheran ging die Polizei in der Silvesternacht wieder mit Tr\u00e4nengas gegen die Menge vor und lieferte sich Stra\u00dfenschlachten mit Steinewerfern. Hunderte wurden verhaftet. Bis Montag starben nach Angaben des Staatsfernsehens im Zentral-, West und S\u00fcdwestiran mindestens zehn Demonstranten. Am Dienstag berichtete der staatliche Fernsehsender Isfahan von weiteren sechs toten Demonstranten. In der Region um Isfahan im Zentrum des Landes seien sechs Demonstranten, ein Mitglied der Revolutionsgarden, ein Passant sowie ein Polizist get\u00f6tet worden. In mehreren St\u00e4dten setzten Demonstranten zudem Polizeiwachen in Brand.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die jetzt schon sechs Tage andauernden Unruhen sind die gr\u00f6\u00dften Massendemonstrationen seit der Gr\u00fcnen Bewegung im Jahr 2009. Damals gingen Abertausende Iraner \u00fcber sechs Monate lang auf die Stra\u00dfe, um gegen die manipulierte Wiederwahl des damaligen Pr\u00e4sidenten, Mahmoud Ahmadinejad, zu protestieren.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Pr\u00e4sident Rohani zwischen den Fronten<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Dessen Nachfolger, Hassan Rohani, verteidigte in einer TV-Botschaft das Recht des Volkes auf Kritik und Protest, ging gleichzeitig aber mit allen scharf ins Gericht, die \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude wie Kommunalverwaltungen, Polizeistationen und Koranschulen angreifen oder Autos anz\u00fcnden. Rohani, gegen den seit Monaten eine w\u00fcste Medienkampagne der Hardliner l\u00e4uft, forderte zudem mehr Transparenz und Fairness in der Berichterstattung. \u201eUnser Land steht vor schweren Herausforderungen wie\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Arbeitslosigkeit, Inflation, Korruption, Wassermangel, soziale Spaltung und eine ungerechte Verteilung des Staatshaushalts\u201c, pr\u00e4zisierte Hesamoddin Ashena, einer der Berater des Pr\u00e4sidenten, und f\u00fcgte hinzu, die Menschen h\u00e4tten ein Recht darauf, dass ihre Stimme geh\u00f6rt werde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Um das Ausma\u00df der Unruhen zu verschleiern und die Koordination der verschiedenen Landesteile zu behindern, sperrte das Regime am Wochenende die einzigen noch zug\u00e4nglichen sozialen Plattformen Telegram und Instagram. Twitter und Facebook sind seit vielen Jahren blockiert, wie die Websites der meisten internationalen Medien.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Staatszeitungen \u00fcberschlugen sich mit d\u00fcsteren Verschw\u00f6rungstheorien und machten amerikanische, britische und israelische Spione f\u00fcr die Unruhen verantwortlich. \u00d6rtlichen iranischen Journalisten wurde der Zugang zu Protestkundgebungen verwehrt. Die Revolution\u00e4ren Garden drohten, man werde mit harten Schl\u00e4gen antworten, wenn der Aufstand nicht aufh\u00f6re.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Mehrzahl der Demonstranten sind junge M\u00e4nner zwischen 20 und 30, viele von ihnen frustriert und arbeitslos, die keine Zukunft f\u00fcr sich sehen. Mit zu der Emp\u00f6rung in der Bev\u00f6lkerung trug aber auch Rohanis Entscheidung bei, seine Landsleute zum ersten Mal in der Geschichte der Islamischen Republik \u00fcber das Ausma\u00df der finanziellen Selbstbedienung seiner Hardliner-Kontrahenten aufzukl\u00e4ren und die Finanzen offenzulegen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">02.01.2017- diepresse &#8211;\u00a0von unserem Korrespondenten Martin Gehlen\u00a0\u00a0Die Unruhen gegen die F\u00fchrung haben sich von der Provinz nach Teheran ausgeweitet. Die Revolutionsgarden schlagen die Proteste brutal nieder. 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