{"id":590,"date":"2018-09-16T03:27:58","date_gmt":"2018-09-16T01:27:58","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=590"},"modified":"2018-09-16T03:28:40","modified_gmt":"2018-09-16T01:28:40","slug":"schubhaeftlinge-legten-brand-in-zelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=590","title":{"rendered":"Schubh\u00e4ftlinge legten Brand in Zelle"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/images\/2011\/h\/hr-als-gu.jpg\" width=\"595\" height=\"356\" \/>15.09.2018 \u2013ORF-Sechs Schubh\u00e4ftlinge haben am Freitagabend in einer Zelle des Polizeianhaltezentrums (PAZ) in der Josefstadt ein Feuer gelegt. Zwei von ihnen standen kurz vor der Abschiebung. Die M\u00e4nner befinden sich nicht in Lebensgefahr.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><!--more-->Die M\u00e4nner &#8211; f\u00fcnf Afghanen und ein Iraner &#8211; unterzeichneten einen Brief, in dem sie auf ihre Perspektivlosigkeit hinweisen. In dem auf Deutsch verfassten Schreiben ist von Unzufriedenheit mit dem System, mit den Lebensumst\u00e4nden in \u00d6sterreich und von der bevorstehenden Abschiebung die Rede. Das stark angesengte Schriftst\u00fcck &#8211; ein Zettel im DIN-A5-Format &#8211; legte laut Polizei die Vermutung nahe, dass die f\u00fcnf M\u00e4nner Suizid begehen wollten. Doch nach weiteren Ermittlungen gebe es Zweifel an dieser Version, erkl\u00e4rte Polizeisprecher Harald S\u00f6r\u00f6s gegen\u00fcber Radio Wien.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Matratzen und Bettw\u00e4sche angez\u00fcndet<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Insassen hatten die Zellt\u00fcr zwar mit einem Spind verbarrikadiert, lie\u00dfen es aber laut Polizei sofort zu, dass die T\u00fcr der Zelle ge\u00f6ffnet wurde. Laut S\u00f6r\u00f6s hatten sich die M\u00e4nner im \u201eNassraum\u201c mit nassen Handt\u00fcchern vor dem Feuer zu sch\u00fctzen versucht. Bei dem Raum handelt es sich um einen an die Zelle angeschlossenen Extraraum mit eigener T\u00fcr.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">S\u00f6r\u00f6s zufolge ergaben die Ermittlungen, dass die M\u00e4nner zun\u00e4chst Matratzen und Bettw\u00e4sche angez\u00fcndet h\u00e4tten und dann in den Waschraum gegangen seien. Sie h\u00e4tten nasse Fetzen vor die verschlossene T\u00fcr gelegt. Damit h\u00e4tten sie vermutlich verhindern wollen, dass Rauchgase in den Nassraum eindrangen. Weil der Stoff die Nasszelle nicht wirklich abdichtete, lief laut S\u00f6r\u00f6s einer der Schubh\u00e4ftlinge zur T\u00fcr, um Hilfe zu holen. Das d\u00fcrfte jener Insasse gewesen sein, den die Polizisten hinter der Zellent\u00fcr liegend gefunden und geborgen hatten. Die Ermittler halten es nun f\u00fcr wahrscheinlich, dass die Schubh\u00e4ftlinge ein Zeichen setzen wollten, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Zwei Abschiebetermine fixiert<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Der Abschiebetermin war laut S\u00f6r\u00f6s f\u00fcr zwei der Schubh\u00e4ftlinge fixiert. Bei den anderen vier M\u00e4nnern habe es noch keinen konkreten Termin gegeben. S\u00f6r\u00f6s gab auch Details zu den Insassen bekannt. Ein 19-J\u00e4hriger aus Afghanistan sei zuvor in Hungerstreik getreten. Er habe sich seit 3. August in Schubhaft befunden, habe aber noch keinen Termin f\u00fcr seine Abschiebung gehabt. Er sei am schwersten verletzt worden: Neben einem Inhalationstrauma habe er Verbrennungen von zehn Prozent der Hautoberfl\u00e4che erlitten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Der j\u00fcngste Insasse sei ein 18-j\u00e4hriger Afghane, der seit 23. Juli in Schubhaft gesessen sei. Er sollte am Montag abgeschoben werden. Der junge Mann habe ebenfalls ein Inhalationstrauma erlitten. Einen konkreten Abschiebungstermin habe ein 30-j\u00e4hriger Mann aus dem Iran gehabt: Er sollte am Mittwoch au\u00dfer Landes gebracht werden und habe sich seit 6. September in Schubhaft befunden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Sein Gesundheitszustand sei am Tag nach dem Feuer ebenso wie der der drei \u00fcbrigen Insassen stabil, so S\u00f6r\u00f6s. Es handle sich um Afghanen im Alter von 22, 31 und 33 Jahren. Der 31-J\u00e4hrige sei seit 24. Juli in Schubhaft gesessen, der 22-J\u00e4hrige seit 14. und der 33-J\u00e4hrige seit 29. August. Alle drei h\u00e4tten noch keinen Termin f\u00fcr die Abschiebung.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Raucher- und Nichtraucherzellen<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die M\u00f6glichkeit, Feuer zu machen, stelle im Polizeianhaltezentrum grunds\u00e4tzlich kein gro\u00dfes Problem dar. \u201eEs gibt grunds\u00e4tzlich zwischen 8.00 und 17.00 Uhr einen offenen Vollzug\u201c, erl\u00e4uterte S\u00f6r\u00f6s. Die H\u00e4ftlinge k\u00f6nnten sich in diesem Zeitraum in dem jeweiligen Block frei bewegen. \u201eEs ist ja kein Strafvollzug, sondern die Schubhaft dient ausschlie\u00dflich der Verfahrenssicherung\u201c, sagte der Polizeisprecher. Es gebe au\u00dferdem Raucher- und Nichtraucherzellen, in die jeder zu den angegebenen Zeiten hineingehen k\u00f6nne. Daher falle auch der Zugang zu Feuerzeugen oder Z\u00fcndh\u00f6lzern nicht schwer.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">In verschiedenen Krankenh\u00e4usern<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die M\u00e4nner waren zun\u00e4chst schwer verletzt in verschiedene Krankenh\u00e4user gebracht worden, zwei mussten k\u00fcnstlich beatmet werden. Samstagvormittag gab es aus den drei Wiener Krankenh\u00e4usern, in die die Schwerverletzten gebracht worden waren, Entwarnung: Alle sechs befanden sich nicht mehr in Lebensgefahr.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Wegen der starken Rauchentwicklung im Polizeihanhaltezentrum wurden 39 weitere H\u00e4ftlinge in andere Stockwerke und in den Innenhof gebracht. Bei 14 von ihnen bestand zun\u00e4chst der Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Nach Angaben der Polizei erlitten auch drei Beamte eine leichte Rauchgasvergiftung. Der innere G\u00fcrtel war einige Zeit f\u00fcr den Verkehr gesperrt. Zahlreiche Wagen von Polizei und Rettung blockierten die Fahrbahn. Erst nach Mitternacht war die Strecke wieder passierbar.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Kickl will Sicherheitsma\u00dfnahmen \u00fcberpr\u00fcfen lassen<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u201eIch nehme diesen Vorfall zum Anlass, die Sicherheitsma\u00dfnahmen in den Polizeianhaltezentren einer \u00dcberpr\u00fcfung zu unterziehen, um das Brandrisiko in den Polizeianhaltezentren zu minimieren\u201c, k\u00fcndigte Innenminister Herbert Kickl (FP\u00d6) an. Und weiter: \u201eIch w\u00fcnsche allen Opfern eine rasche und vollst\u00e4ndige Genesung. Mein besonderer Dank gilt den Einsatzkr\u00e4ften der Polizei, der Feuerwehr und der Rettung, die durch ihr entschlossenes Eingreifen noch Schlimmeres verhindert haben.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15.09.2018 \u2013ORF-Sechs Schubh\u00e4ftlinge haben am Freitagabend in einer Zelle des Polizeianhaltezentrums (PAZ) in der Josefstadt ein Feuer gelegt. Zwei von ihnen standen kurz vor der Abschiebung. 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