{"id":661,"date":"2019-02-03T17:40:53","date_gmt":"2019-02-03T16:40:53","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=661"},"modified":"2019-02-03T17:40:53","modified_gmt":"2019-02-03T16:40:53","slug":"druck-auf-christen-im-iran-nimmt-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=661","title":{"rendered":"Druck auf Christen im Iran nimmt zu"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium\" src=\"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/images\/2011\/k\/khomeini-1-feb-79.jpg\" width=\"600\" height=\"300\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Am 1. Februar 1979 kehrte der schiitische Geistliche Ayatollah Chomeini (1902\u20131989) aus seinem Pariser Exil in den Iran zur\u00fcck. Foto: picture-alliance\/AP Photo<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">02.02.2019 &#8211; G\u00f6ttingen\/Kelkheim (idea) \u2013 Im Iran wird der Druck auf politische Gegner sowie religi\u00f6se und ethische Minderheiten immer st\u00e4rker. Diese Ansicht \u00e4u\u00dferte der Nahostexperte der Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker, Kamal Sido (G\u00f6ttingen), anl\u00e4sslich des 40. Jahrestags der Islamischen Revolution:<\/p>\n<p><!--more-->Am 1. Februar 1979 kehrte der schiitische Geistliche Ayatollah Chomeini (1902\u20131989) aus seinem Pariser Exil in den Iran zur\u00fcck. Er \u00fcbernahm die Macht und rief am 1. April die Islamische Republik Iran aus. Damit beendete Khomeini die prowestlich orientierte Monarchie von Schah Reza Pahlavi (1919\u20131980) endg\u00fcltig. Seitdem herrscht in dem Land ein schiitisch-islamisches Regime. Sido zufolge verschlimmert sich die Menschenrechtslage. Mit willk\u00fcrlichen Inhaftierungen und drakonischen Strafen verst\u00e4rke das Regime den Druck auf demokratisch eingestellte Oppositionelle, Frauenaktivisten, Kurden, Baha\u2018i und zum Christentum konvertierte Muslime. Vertreter religi\u00f6ser Minderheiten w\u00fcrden immer wieder beschuldigt, Spione ausl\u00e4ndischer M\u00e4chte zu sein und zu Staatsfeinden erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.wiesbadener-kurier.de\/politik\/ausland\/facebook-weitere-gefalschte-accounts-aus-dem-iran-geloscht_19933989\"><br \/>\n<\/a><strong>Open Doors: Regime hat Angst vor Machtverlust<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch aus Sicht des christlichen Hilfswerks Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main) ist es schlecht um die Religionsfreiheit im Iran bestellt. Wie der Pressesprecher der Organisation, Ado Greve, auf Nachfrage gegen\u00fcber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, f\u00fcrchtet das Regime um Revolutionsf\u00fchrer Ali Chamenei den Machtverlust. \u201eChristen gelten als Bedrohung der islamischen Identit\u00e4t der Republik \u2013 besonders wenn es sich um ehemalige Muslime handelt, die ihren Glauben mit anderen teilen.\u201c Bereits 2012 habe der UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, festgestellt, dass seit 2010 mehr als 300 Christen verhaftet worden seien. Daran habe sich nach der Einsetzung von Pr\u00e4sident Hassan Ruhani nichts verbessert, so Greve. \u201eErst Anfang Dezember 2018 wurden in nur einer Woche 114 Christen verhaftet.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mahin Mousapour: Der Islam im Iran ist am Ende<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aus dem Iran stammende evangelische Pastorin Mahin Mousapour (Frankfurt am Main) ist davon \u00fcberzeugt, dass der Islam im Iran \u201eam Ende\u201c ist. Die Menschen seien gezwungen, in der \u00d6ffentlichkeit den Schein praktizierender Muslime zu wahren, um Strafen zu entgehen. Das Land sei voller Widerspr\u00fcche, die laut Mousapour besonders die junge Generation absto\u00dfen. \u201eSie fliehen nach Deutschland und in andere L\u00e4nder, weil sie in Freiheit leben m\u00f6chten.\u201c Gleichzeitig seien sie h\u00e4ufig vom Christentum fasziniert: \u201eIn Deutschland erleben wir gerade eine Erweckung unter Iranern.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Albert Babajan: Nur 20 Prozent der iranischen Fl\u00fcchtlinge sind Christen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Leiter der pfingstkirchlichen Gemeinde \u201eAlpha &amp; Omega International\u201c, Pastor Albert Babajan (Hamburg), sieht in seiner Arbeit unter Iranern in Deutschland und im Ausland die Islamm\u00fcdigkeit. Gegen\u00fcber idea sagte er, dass Iraner, die ihr Heimatland verlassen wollten, h\u00e4ufig zuerst die T\u00fcrkei ansteuerten, weil sie daf\u00fcr kein Visum br\u00e4uchten. Dort seien in den vergangenen Jahren durch die Arbeit der \u00f6rtlichen Gemeinden und von Missionswerken zahlreiche iranische Gemeinden entstanden. Allein die Partnerorganisation, mit der er zusammenarbeite, habe in den vergangenen sieben Jahren mehr als 20 Gemeinden gegr\u00fcndet. Manche Iraner k\u00e4men nur kurz in die T\u00fcrkei, um christliche Seminare zu besuchen oder getauft zu werden. Anschlie\u00dfend kehrten sie in ihr Heimatland zur\u00fcck, um dort die Hauskirchen im Untergrund weiter zu unterst\u00fctzen. Seine Gemeinde in Hamburg erarbeite auch f\u00fcr sie Glaubensgrundkurse. Die Mitglieder seiner Gemeinde teilten dies sehr aktiv mit Freunden und Familienangeh\u00f6rigen in ihrem Heimatland. Auch das trage dazu bei, dass Hauskirchen und -kreise entst\u00fcnden. Genaue Zahlen, wie viele Hauskirchen es im Iran gebe, seien nicht bekannt. In den Gottesdiensten von Babajan wird Farsi gesprochen. Deshalb stammen die meisten Besucher vor allem aus Afghanistan und dem Iran. 95 Prozent der \u00fcber 77 Millionen Einwohner des Irans geh\u00f6ren zum schiitischen Zweig des Islams. Die Zahl der Christen liegt Sch\u00e4tzungen zufolge bei 360.000.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02.02.2019 &#8211; G\u00f6ttingen\/Kelkheim (idea) \u2013 Im Iran wird der Druck auf politische Gegner sowie religi\u00f6se und ethische Minderheiten immer st\u00e4rker. 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