{"id":742,"date":"2019-12-02T18:13:25","date_gmt":"2019-12-02T17:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=742"},"modified":"2019-12-03T19:17:09","modified_gmt":"2019-12-03T18:17:09","slug":"iran-demonstranten-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=742","title":{"rendered":"Iran &#8211; Demonstranten unter Druck"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 765px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/images\/2011\/i\/ir-aufstand-2019-7.png\" alt=\"\" width=\"755\" height=\"425\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Bei Protesten im Iran vor zwei Wochen sind laut Amnesty International mindestens 106 Demonstranten gestorben (AFP)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 16px;\">Nach den Protesten im Iran ist f\u00fcr die Regierung in Teheran klar: Das Ausland steckt dahinter. Zwar scheint es im Land seit einer Woche wieder ruhig zu sein. Doch die Demonstranten zahlen weiter einen hohen Preis. Festnahmen sind an der Tagesordnung und die Regierung mobilisiert ihre Unterst\u00fctzer.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><span style=\"font-size: 16px;\">Deutschlandfunk \u2013 02.12.2019 &#8211; <em>Von Karin Senz<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Finger von Ajatollah Ali Chamenei zeigt mal wieder in Richtung USA. Die Proteste seien eine sehr gef\u00e4hrliche Verschw\u00f6rung gewesen, erkl\u00e4rt er diese Woche. Verantwortlich seien Banditen mit Verbindungen zu den USA, Israel und Saudi-Arabien. Bilder der Nachrichtenagentur Reuters zeigen, wie Teilnehmer auf einer Gro\u00dfkundgebung f\u00fcr die Regierung am Montag in Teheran eine israelische Flagge verbrennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie rufen nieder mit Israel, nieder mit den USA. Auch diese Frau verd\u00e4chtigt im Reuters-Interview das Ausland als Drahtzieher der Demonstranten: \u201eDie wollten unser Land schw\u00e4chen. Ich verlange von diesen Leuten, dass sie verantwortungsbewusster handeln. Und ich will, dass sie begreifen, dass die Feinde uns deshalb das Leben schwer machen, weil der Iran m\u00e4chtiger im Nahen Osten geworden ist.\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ruf nach Vergeltung<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hauptredner bei der Gro\u00dfkundgebung ist der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami. Auch f\u00fcr ihn ist klar, die USA haben sich eingemischt, das sei eine Kriegserkl\u00e4rung.Er droht mit Vergeltung. Wie die aussehen soll, sagt er nicht. Dieser Teilnehmer \u00e4u\u00dfert sich gegen\u00fcber Reuters vorsichtig kritisch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Menschen beschweren sich, aber sie wollen nicht rebellieren, sie wollen keine Unruhen oder Zerst\u00f6rung. Das wurde von ausl\u00e4ndischen Spionage-Diensten organsiert, die die Leute manipuliert haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Park sitzt ein junger Mann auf einer Bank, er will seinen Namen nicht nennen, nur so viel, er ist 36 Jahre alt und Architekt. Er will nicht so recht an die Verschw\u00f6rungstheorie glauben. W\u00e4hrend er eine Zigarette raucht, erz\u00e4hlt er einem ARD-H\u00f6rfunk-Mitarbeiter:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMir tut das wirklich leid, dass junge Leute, die gegen Arbeitslosigkeit und f\u00fcr ihren Lebensunterhalt und einfach ihr Leben demonstrieren, unterdr\u00fcckt werden.\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Festnahmen als Alltag<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">7000 Verd\u00e4chtige hat die Polizei festgenommen, so ein Mitglied des Sicherheitsrates. Den jungen Mann wundert das nicht:<\/p>\n<p>\u201eDas ist Alltag f\u00fcr die Leute geworden. Studentenproteste 1999, dann das Chaos um die Wahl 2009. Die Abschnitte ohne Proteste werden k\u00fcrzer. Viele meiner Freunde wurden 2009 verhaftet und kamen ins Gef\u00e4ngnis. Letztendlich ist das nichts Neues.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Todesopfer bei den Protesten scheinen dazu zugeh\u00f6ren. Wie viele Menschen diesmal ums Leben kamen, dazu h\u00f6rt man aus Teheran nichts. Amnesty International geht von mehr als 140 Menschen aus. Das iranische Innenministerium gibt diese Woche bekannt, dass Randalierer an hunderten Banken, Regierungsgeb\u00e4uden, Tankstellen und Fahrzeugen Feuer gelegt h\u00e4tten. Au\u00dferdem sollen sie rund 50 St\u00fctzpunkte von Sicherheitskr\u00e4ften angegriffen haben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Gewalt nimmt auf beiden Seiten zu<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Teheraner Politikwissenschaftler Zadegh Zibakalam kritisiert im Interview mit einem ARD-Mitarbeiter die Reaktion der Regierung: \u201eWir haben nur gesehen, dass sie Leute verhaftet und vor Gericht gestellt haben. Sie wollen die Probleme schnell in de Griff kriegen und die T\u00e4ter bestrafen, sagen sie. Das ist alles.\u201c<\/p>\n<p>200.000 Menschen haben sich nach Regierungsangaben an den landesweiten Protesten beteiligt. Damit w\u00e4ren es m\u00f6glicherweise die gr\u00f6\u00dften seit 40 Jahren, seit die islamische Republik ausgerufen wurde. Die Gewalt habe zugenommen \u2013 auf beiden Seiten, finde der Teheraner Politikwissenschaftler. \u201eUnd wenn nichts unternommen wird, dann ist nicht klar, was passiert. Die n\u00e4chsten Proteste k\u00f6nnten noch gewaltt\u00e4tiger werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den Protesten im Iran ist f\u00fcr die Regierung in Teheran klar: Das Ausland steckt dahinter. Zwar scheint es im Land seit einer Woche wieder ruhig zu sein. 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