{"id":88,"date":"2013-12-18T16:28:30","date_gmt":"2013-12-18T15:28:30","guid":{"rendered":"http:\/\/iransos.com\/deutsch\/index.php\/2013\/12\/18\/iran-deutschland\/"},"modified":"2013-12-18T16:28:30","modified_gmt":"2013-12-18T15:28:30","slug":"iran-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=88","title":{"rendered":"Das lukrative Iran-Gesch\u00e4ft f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/2011\/i\/ir-de-ahmadinejad.jpg\" border=\"0\" width=\"120\" align=\"right\" style=\"float: right; border: 0;\" \/>17.12.2013 &#8211; swiss-persian.ch &#8211; Bereits 1974 engagierte sich die deutsche Wirtschaft beim Aufbau des iranischen Atomprogramms. Das Unternehmen Kraftwerk-Union AG erhielt den Auftrag in der iranischen Stadt Bushehr zwei Reaktoren zu bauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1982 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, doch nach der iranischen Revolution 1979 wurde ein Reaktor nur zu 85% und das zweite lediglich zu 50% fertiggestellt und das Unternehmen beendete abrupt sein Engagement im Land. 1995 erhielt schlie\u00dflich Russland den Auftrag f\u00fcr die Fertigstellung vom Reaktor in Bushehr.<br \/>Seit 2002 versch\u00e4rfte sich der Konflikt mit dem Westen, vordergr\u00fcndig weil der Westen dem Iran ein milit\u00e4risches Atom-Programm unterstellte. Wie die wirtschaftlichen Daten zeigen: der unumg\u00e4ngliche wirtschaftliche Schwenk des Iran von Westen nach Russland, China, Lateinamerika und Afrika sollte auch f\u00fcr Europa ein wirtschaftlicher Schaden bedeuten.<br \/>Deutschland und Iran haben nachweislich seit dem 17.Jahrhundert kulturelle und politische Beziehungen gepflegt. In der Pahlavi-\u00c4ra und vor allem nach der Machtergreifung Reza-Khans Anfang des 20. Jahrhunderts erlebten die Beziehungen ihre Bl\u00fctezeit. Reza Khan glaubte durch eine Ann\u00e4herung an Hitlers Regime vor allem die Industrialisierung vorantreiben zu k\u00f6nnen, politisch jedoch sollte dieser Schulterschluss mit Deutschland sein Ende besiegeln. Nach dem Reza-Khans Sohn Mohammadreza Pahlavi an die Macht gelangte wurden die Beziehungen zum Nachkriegsdeutschland wieder aufgenommen. Viele deutsche Unternehmen engagierten sich fortan in Iran. Der Iran investierte im Gegenzug auch in deutsche Unternehmen. Bis heute ist der Iran Anteilseigner einiger deutscher Industrieunternehmen.<br \/>Nach der Revolution von 1979 wurden die politischen Beziehungen zum Land reduziert, blieben jedoch aufrecht. Die iranische Industrie war traditionell sehr \u201edeutsch\u201c gepr\u00e4gt: Maschinen und Anlagen sowie Prozesse wurden aufgrund der damals sehr gesch\u00e4tzten Qualit\u00e4t vorrangig aus Deutschland beschafft. Vor allem in den letzten zehn Jahren und der Versch\u00e4rfung der Wirtschaftssanktionen der USA und der EU gegen den Iran verloren die deutschen Industrieunternehmen ein wichtigen und traditionell stabilen und sicheren Markt im Iran. Iranische Unternehmen, die weiterhin Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen zeigten, mussten erkennen dass die erschwerten Bedingungen die Wirtschaftlichkeit in Frage stellten: \u00fcberh\u00f6hte B\u00fcrokratie, Schwierigkeiten beim Zahlungsverkehr, Einstufung von Warengruppen, Unternehmen und Personen in Sanktionslisten sowie die Angst deutscher Unternehmen vor juristischen Konsequenzen in der Heimat lie\u00dfen die Zusammenarbeit auf das wesentliche schrumpfen.<br \/>Zu den gr\u00f6\u00dften Nutznie\u00dfern der Iran-Gesch\u00e4fte z\u00e4hlten Dresdner Bank und die Deutsche Bank, die vor allem Milliarden-Kredite f\u00fcr Industrieunternehmen bereitstellten und auch Industrieunternehmen wie Daimler, Bayer, Hoechst, Thyssen Krupp sowie Siemens. Allein bis 1979\u00a0 investierten deutsche Unternehmen 600 Millionen DM in Iran. Im Jahre 2000 setzte eine kleine Renaissance der deutschen Investitionen im Iran an: allein in dem Jahr investierten deutsche Unternehmen 90 Millionen DM im Iran. Noch in 2007 exportierte Deutschland Waren in Wert von 3,6 Milliarden Euro nach Iran und importierte f\u00fcr knapp 600 Millionen Euro Waren aus der islamischen Republik. 2008 betrug die Summe des gesamten bilateralen Handels 4,5 Milliarden Euro.<br \/>Doch seit 2012 hat Deutschland seine Stellung im iranischen Au\u00dfenhandel an China und Russland eingeb\u00fc\u00dft. Allein in dem Jahr schrumpfte der Wert der exportierten Waren nach Iran um 18% auf 2,5 Milliarden Euro und iranische Exporte nach Deutschland halbierten sich gegen\u00fcber 2011 auf 330 Millionen Euro.<br \/>Die deutsche Industrie beklagt noch heute das Wegfallen des lukrativen Iran-Gesch\u00e4fts und wirft den deutschen Regierungen vor auf R\u00fccken der Industrie stellvertretend \u00a0ideologische und politische Querelen auszutragen. Irans Industrie hat aus der Erfahrung der letzten Jahrzehnte gelernt: trotz des Interesses an europ\u00e4ischer und deutscher Waren ist heute mehr denn je die \u201eSicherheit\u201c in der Lieferkette entscheidend. Sollten sich die politischen Beziehungen zum Westen einigerma\u00dfen normalisieren k\u00f6nnte das Iran-Gesch\u00e4ft f\u00fcr deutsche und europ\u00e4ische Unternehmen aber wieder zu einem wesentlichen Bestandteil des Au\u00dfenhandels werden. Doch nun m\u00fcssen deutsche Unternehmen um die Gunst der iranischen Kunden mit Chinesen und andere konkurrieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/2011\/i\/ir-de-ahmadinejad.jpg\" border=\"0\" width=\"120\" align=\"right\" style=\"float: right; border: 0;\" \/>17.12.2013 &#8211; swiss-persian.ch &#8211; Bereits 1974 engagierte sich die deutsche Wirtschaft beim Aufbau des iranischen Atomprogramms. 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