{"id":993,"date":"2022-10-26T21:58:10","date_gmt":"2022-10-26T19:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=993"},"modified":"2022-11-08T22:32:13","modified_gmt":"2022-11-08T21:32:13","slug":"landesweite-proteste-im-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/?p=993","title":{"rendered":"Landesweite Proteste im Iran"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><span style=\"color: #808080;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/iransos.com\/deutsch\/images\/2011\/i\/ir-protest-22-22.png\" \/>26.10.2022 -tagesschau-<\/span> <\/span><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die traditionelle Trauerzeit nach dem Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini ist vorbei. Im ganzen Land gingen Menschenmassen auf die Stra\u00dfen, um ihre Wut und Trauer auszudr\u00fccken. Die EU und Teheran \u00fcberziehen sich gegenseitig mit Sanktionen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">40 Tage nach dem Tod der jungen iranischen Kurdin Mahsa Amini sind im Iran Menschenmassen auf die Stra\u00dfen gegangen. In ihrer Heimatstadt str\u00f6mten Menschen entlang einer Hauptstra\u00dfe zum Grab, wie die Zeitung &#8220;Hammihan&#8221; berichtete.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Im Iran wird nach dem Tod eines Familienmitglieds traditionell 40 Tage lang getrauert. Zuvor hatten Aktivisten anl\u00e4sslich des Trauertags zu landesweiten Protesten aufgerufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00c4rzte protestieren in Teheran<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">In der Hauptstadt Teheran gingen Sicherheitskr\u00e4fte mit Tr\u00e4nengas gegen eine Demonstration von \u00c4rzten vor. Die Mediziner demonstrierten am Mittwoch gegen die Pr\u00e4senz von Sicherheitskr\u00e4ften in den Kliniken, wo auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Proteste behandelt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Augenzeugen best\u00e4tigten ein massives Aufgebot von Polizisten und Kontrollen an den Hauptstra\u00dfen in Teheran. Viele L\u00e4den waren aus Sorge vor Ausschreitungen geschlossen. Die Lage in Teheran war angespannt. Vielerorts riefen Demonstranten auch Slogans, die gegen die Islamische Republik gerichtet waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Mindestens 240 Menschen bei Protesten get\u00f6tet<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Bei den systemkritischen Massenprotesten der vergangenen Wochen sind nach Angaben von Menschenrechtlern bislang schon mehr als zehntausend Menschen verhaftet worden, mindestens 240 wurden get\u00f6tet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Pr\u00e4sident Ebrahim Raisi verteidigte bei einem Medientreffen den harten Regierungskurs. Er warf dem Westen erneut vor, sich in die inneren Angelegenheiten seines Landes einzumischen. Als Grund nannte Raisi unter anderem die Rolle der Medien im Ausland. Das Internet im Iran ist seit Wochen stark eingeschr\u00e4nkt. Auch Dutzende Journalisten wurden im Rahmen der Proteste verhaftet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Derweil setzten auch an Universit\u00e4ten im Iran Studentinnen und Studenten am Mittwoch Protestaktionen fort. In Teheran und anderen Landesteilen gab es an den Hochschulen auch Auseinandersetzungen mit Sicherheitskr\u00e4ften, die gewaltsam vorgingen, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Diese Berichte lie\u00dfen sich zun\u00e4chst nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Baerbock: Kein &#8220;Weiter so&#8221; mit dem Iran<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Wegen des harten Vorgehens der iranischen Beh\u00f6rden gegen die dortige Protestbewegung versch\u00e4rft Deutschland den Kurs gegen Teheran. Es k\u00f6nne kein &#8220;Weiter so&#8221; in den bilateralen Beziehungen geben, teilte Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) in einer Presseerkl\u00e4rung mit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcber die auf EU-Ebene beschlossenen Sanktionen hinaus sollen demnach zus\u00e4tzliche nationale Einreisebeschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngt werden. Die ohnehin eingeschr\u00e4nkten Wirtschaftskontakte sollen weiter reduziert werden, auch mit Blick auf noch bestehende Gesch\u00e4ftsbeziehungen iranischer Banken.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Iran setzt europ\u00e4ische Politiker und Einrichtungen auf Sanktionsliste<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Unterdessen reagierte der Iran auf Strafma\u00dfnahmen gegen das Land und setzte europ\u00e4ische Politiker und Einrichtungen auf eine Sanktionsliste. Erw\u00e4hnt wird in einer Mitteilung des Au\u00dfenministeriums etwa die persischsprachige Abteilung der Deutschen Welle (DW). Betroffen sind zudem Abgeordnete des Europ\u00e4ischen Parlaments sowie zwei deutsche Unternehmen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Bereits vor rund einer Woche hatte der Iran mehr als ein Dutzend britische Personen und Einrichtungen auf eine Terrorliste gesetzt. Der Iran wirft den Einrichtungen und Personen &#8220;Unterst\u00fctzung von Terrorismus&#8221; vor.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; color: #ffffff;\">Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, verurteilte den Schritt in einer Mitteilung.<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ffffff;\"><strong><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00a0\u00a0\u00a0 Das Regime im Iran bedroht bereits seit l\u00e4ngerer Zeit unsere Kolleginnen und Kollegen in der Farsi-Redaktion und ihre Familien. Das ist nicht hinnehmbar. Das Regime f\u00f6rdert Terrorismus nach innen und nach au\u00dfen. Ich erwarte, dass die Politik in Deutschland und Europa den Druck auf das Regime erh\u00f6ht. Dass wir nun auf einer solchen Liste stehen, wird uns nicht davon abhalten, unsere Nutzerinnen und Nutzer im Iran mit verl\u00e4sslichen Informationen zu versorgen.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Tod Aminis l\u00f6ste Massenprotete aus<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Ausl\u00f6ser der systemkritischen Massenproteste im Iran war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften versto\u00dfen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26.10.2022 -tagesschau- Die traditionelle Trauerzeit nach dem Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini ist vorbei. Im ganzen Land gingen Menschenmassen auf die Stra\u00dfen, um ihre Wut und Trauer auszudr\u00fccken. 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