Amnesty: Iran muss Exekution von inhaftiertem Kurden stoppen

13.02.2015 – NZZ (ap) In Iran soll laut Amnesty International ein im Alter von 17 Jahren festgenommener Kurde wegen mutmasslicher Mitgliedschaft bei einer Rebellengruppe exekutiert werden. Saman Naseem sei darüber informiert worden, dass er kommende Woche gehängt werde, teilte die Menschenrechtsorganisation am Freitag mit. Sie forderte Iran zum sofortigen Stopp der geplanten Hinrichtung auf. Die Todesstrafe gegen jemanden zu verhängen, der zum Zeitpunkt des angeblichen Verbrechens ein Kind gewesen sei, verstosse gegen internationales Menschenrecht, sagte der stellvertretende Direktor für den Nahen Osten bei Amnesty, Hassiba Hadj Sahraoui.

Naseem war 2011 nach einem Feuergefecht zwischen iranischen Revolutionsgarden und Kämpfern der als PEJAK bekannten kurdischen Rebellengruppe in der westiranischen Stadt Sardascht festgenommen worden. Er wurde ohne Zugang zu einem Anwalt in einer Haftanstalt des Geheimdiensts festgehalten, wie Amnesty mitteilte. In einem Brief erklärte Naseem zudem, dass er in Haft wiederholt misshandelt worden sei. Dann habe er mit verbundenen Augen seine Fingerabdrücke auf einem Dokument hinterlassen müssen, um sein angebliches Geständnis zu bestätigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.