Hungerstreik  iranischer AsylbewerberInnen in der Türkei

Wien, 08.07.05 -IranSOS- Mit tiefer Besorgnis haben wir von  AsylbewerberinInnen in der Stadt Van (Türkei) erfahren, dass sich seit über 35 Tagen zahlreiche iranische AsylbewerberInnen im hungerstreik  befinden,  weil die AsylbewerberInnen  Angst von der Abschiebung haben.

Aufruf zum Stop der Deportationen von  iranischen Flüchtlingen in der Türkei in den Iran!
 
An :UNHCR                                  

Wien am, 08.07.05
 
Sehr Geehrte Damen und Herren ,
  Mit tiefer Besorgnis haben wir von  AsylbewerberinInnen in der Stadt Van ( Türkei ) erfahren, dass sich seit über 35 Tagen zahlreiche iranische AsylbewerberInnen im hungerstreik  befinden,  weil die AsylbewerberInnen  Angst von der Abschiebung haben.
Die hungerstreikenden Flüchtlinge haben alle NGOs zur Hilfe  aufgerufen.
Wir haben auch durch die iranischen Flüchtlinge erfahren, dass die Türkei vorhat bis zu 1500 iranische Flüchtlinge in den  Iran zurück zu schicken.
 Laut Berichten iranischer Flüchtlinge wurden folgende Personen innerhalb der letzen Tage in den Iran abgeschoben:
 
1- Taheer Vatankhah,
2 – Ebrahim Hasanzadeh,
3 – Zenat Mohammade,
4 – Keshvar Farajzadeh,
5 – Hassan Kalagaee,
6 – Jameleh Nejate,
7 – Maryam jangdost,
8 – Shahla Mohammade,
 
Vom weiteren Schicksal der abgeschobenen Personen haben wir  leider  keine weiteren Meldungen erhalten.
Wir bitten den türkischen Staat um sofortige Einstellung der Deportation von iranischen Flüchtlingen.
 
  Wir  bitten das UNHCR die täglichen Menschenrechtsverletzungen im Iran zu berücksichtigen und die iranischen  Flüchtlinge als politisch anerkannte Flüchtlinge zu deklarieren.
 Wir  warnen, dass die Abschiebung der iranischen Flüchtlinge, die abgeschobenen Personen in Gefahr der Verfolgung, Inhaftierung, Folterung und auch Hinrichtungen bringt.
Wie Sie wissen, herrscht seit mehr als 26 Jahren ein schiiti­sches Mullah Regime im Iran. Das Regime wurde bis heute 52 Mal wegen schwerer Men­schenrechtsverletzungen von der UNO scharf verurteilt. Nach Berichten von AI und anderen Menschenrechtsorganisationen stehen Todesstrafe, Steinigungen und Auspeitschungen auf der Tagesordnung. Die gesamte Palette an Menschenrechtsverletzungen ist in diesem Land traurige Praxis.
 
Bis jetzt wurden mehrere tausend unschuldige Menschen ohne Recht auf Ver­teidigung und faires Verfahren zum Tode verurteilt und hingerichtet. Laut Berichten  interna­tionaler Tribunale wie der UNO Menschenrechtskommission befinden sich noch immer Tau­sende unschuldige Menschen in verschiedenen grausamen Gefangenenhäusern. Diese Men­schen müssen unter menschenunwürdigsten Zuständen dort leben.  Zahlreiche Personen warten in den Todeszellen  auf ihre Hinrichtung.  Frauenunterdrückung, In­haftierungen und Vergewaltigungen vor der Hinrichtung stehen ebenfalls auf der Tagesord­nung des Mullah Regimes im Iran.
 
Allein in Teheran, der Hauptstadt des Iran, sind aus Gründen der Armut laut Berichten städtischer Nachrichten Agenturen täglich mehr als 300.000 Frauen als Prostituierte unterwegs.
 
Hungrige Kinder laufen auf den Straßen herum, auf der Suche nach einem Stückchen Brot.
 
Überall findet man die Spuren von Unterdrückung und Verfolgung durch die Mullah Polizei Einheiten (die als Spezialeinheiten in Österreich, Wiener Neustadt, ausgebildet wurden) und bewaffneten Milizen. Aber hinter dem Schleier der Mullahs regt sich der stark organisierte und unorganisierte  Widerstand der jungen iranischen Generation.
 
Seit 26 Jahren sind Millionen von Menschen aus dem Iran geflüchtet und haben in anderen Ländern um Asyl angesucht, oder sind in andere Länder eingewandert. Für diejenigen, für die  es keine Möglichkeit für eine Flucht gibt, bleibt oft nur ein Ausweg und das ist traurigerweise der Selbstmord und zwar laut verlässlichen Statistiken in einer erschreckend hohen Anzahl (insbesondere Jugendliche und Frauen). Nach Angaben der iranischen Studenten Nachrichtagentur ISNA  vom 15.05.05 haben in den letzten 5 Jahren allein von der Yasuj Universität über 292 Stu­dentInnen  Selbstmord begangen.
 
Die derzeitige politische Lage im Iran hat uns eine sehr schwierige Situation gebracht die es zu lösen gilt. Der Schwerpunkt unseres Internationalen Rettungskomitees für IranerInnen ist es, verurteilte Menschen, die in Gefahr  der Hinrichtung, Steinigung, Amputation ihrer Gliedmaßen, sonsti­ger Strafen gemäß der „ Scharia „ , Folterung, Verfolgung und Unterdruckung sind, zu retten.
 
Wir bitten um Hilfe und Unterstützung für die iranischen Flüchtlinge.
Bitte Helfen Sie den iranischen AsylbewerberInnen In der Türkei bevor es zu spät ist.
 
Hochachtungsvoll
IRAN SOS
Internationale Koordinator
 Mojab Seyed Yoosef

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