Inhaftierte Britin angeklagt wegen Propaganda gegen Iran

11. November 2014-APA- Die im Iran inhaftierte Britin Ghoncheh Ghavami ist wegen Propaganda gegen das islamische Staatswesen angeklagt. “Sie hatte Kontakte mit iranischen Oppositionskreisen und wurde daher wegen Propaganda gegen das Establishment angeklagt”, so Justizsprecher Hadi Sadeghi. Die Anklage habe daher nichts damit zu tun, dass sie für ein Volleyballspiel ins Stadion wollte, so der Sprecher.

Plötzliche Verhaftung

Die 25-jährige Iranerin mit britischem Pass war erstmals im Juni festgenommen worden, als sie mit ihren Freundinnen ein Spiel der Volleyballnationalmannschaft sehen wollte. Da weibliche Zuschauer im Iran zu Sportveranstaltungen mit Männern nicht zugelassen sind, wurden die Frauen kurzzeitig festgenommen. Als Ghavami wenige Tage später bei der Polizei ihre Papiere abholen wollte, wurde sie plötzlich inhaftiert.

Noch kein Urteil

Oberstaatsanwalt Gholamhussein Mohseni Edzehi sagte, dass der Prozess gegen die Britin noch nicht beendet sei. Daher gebe es auch noch kein Urteil. Der Anwalt von Ghavami hatte Anfang des Monats gesagt, dass seine Klientin von einem Gericht in Teheran zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden sei.

Inhaftierter US-Reporter

Der US-Reporter Jason Rezaian muss weiterhin im Iran in Haft bleiben. “Wie brauchen mindestens noch einen Monat, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind”, sagte Sadeghi am Dienstag. Bis dahin werde es kein Urteil geben. Dementsprechend müsse der Reporter der “Washington Post” bis dahin in Haft bleiben.

Spionage-Vorwürfe

Der amerikanisch-iranische Korrespondent und seine Frau Yeganeh Salehi, die für die arabische Zeitung “The National” arbeitet, wurden Ende Juli wegen angeblicher Spionage verhaftet. Salehi wurde vergangenen Monat gegen Kaution freigelassen. Ihr Mann jedoch sitzt seitdem im berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran. (APA)

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